ZDF zur Winnetou-Debatte: Bitte „I-Wort“ vermeiden

Der Verkaufsstopp eines neuen Winnetou-Buchs sorgt für hitzige Diskussionen. Laut ZDF sollte der Begriff „Indianer“ nicht mehr verwendet werden. 

Indigene Frauen und Mädchen bei einer Zeremonie im US-Bundesstaat New Mexico. 
Indigene Frauen und Mädchen bei einer Zeremonie im US-Bundesstaat New Mexico. AFP/Getty Images/Mario Tama

Die Entscheidung des Ravensburger-Verlags, das Begleitbuch zum Kinderfilm „Der junge Häuptling Winnetou“ nicht mehr zu verkaufen, sorgt für hitzige Diskussionen – auch in den sozialen Medien. Unter einem Facebook-Beitrag sah sich „ZDF heute“ nun gezwungen, die Nutzer darauf hinzuweisen, das „I-Wort“ nicht zu verwenden, um „rassistisch geprägten Begriffen“ keine Plattform zu geben. 

„Hallo zusammen, wir freuen uns über eine Diskussion zum Thema. Bitte bleiben Sie dabei sachlich und vermeiden Sie pauschalisierende Äußerungen,“ beginnt der Kommentar unter dem Facebook-Beitrag.

Der Hinweis kommt nicht bei allen gut an. Ein Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schrieb auf Twitter: „20 Aktivisten erreichen #CancelCulture, dass ein Verlag seine Bücher zurückzieht und der ÖRR vom „I-Wort“ spricht“.

In weiteren Kommentaren auf der Facebook-Seite weist „ZDF heute“ auf Alternativen zum „I-Wort“ hin: Beispielsweise „Indigene Völker“ oder der US-Amerikanische Begriff „Native Americans“. 

Doch ein Blick in die ZDF-Mediathek zeigt: Die Verwendung alternativer Begriffe ist noch nicht überall im öffentlich-rechtlichen Rundfunk angekommen. Ein Beitrag einer Kindersendung von Anfang 2021 zeigt ein „Indianer-Lied“. Auch in Begleittexten zu Dokumentationen wird „Indianer“ noch verwendet.