Die Zeit verliert vor Gericht gegen Berliner Galeristen Johann König 

Die Zeit berichtete über angebliche sexuelle Übergriffe Königs. Er wehrte sich vor Gericht und bekam teilweise Recht.  

Der Galerist Johann König
Der Galerist Johann Königdpa/Moritz Frankenberg

Die Wochenzeitung Die Zeit hat vor dem Landgericht Hamburg gegen den Berliner Galeristen Johann König einen Rechtsstreit verloren. Teile der Berichterstattung, in denen König angebliche sexuelle Belästigungen und Übergriffe vorgeworfen wurde, wurden nun per einstweiliger Verfügung untersagt.  

Wie sein Anwalt Christian Schertz am Freitag mitteilte, umfasst das gerichtliche Verbot neben falschen Tatsachenbehauptungen auch aus Sicht des Landgerichts die unzulässige Verdachtsberichterstattung. In dem Schreiben von Schertz heißt es: Sollte der Verlag der Zeit gegen das gerichtliche Verbot verstoßen, drohe ihm eine Verhängung eines Ordnungsgelds in Höhe von 250.000 Euro.

Die Zeit liest das Urteil anders: Ein Sprecher sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, das Landgericht habe einen Beschluss gefasst, der die Berichterstattung „in entscheidenden Teilen für zulässig hält“. Einzelne Passagen des angegriffenen Textes habe man angepasst oder entfernt. Der Artikel sei mit den entsprechenden Veränderungen weiterhin online.

Die in der Zeitung veröffentlichen Vorwürfe gegen den Galeristen Johann König sorgten Anfang September für jede Menge Wirbel. König ging von Anfang an in die Offensive und wehrte sich verbal und schriftlich gegen die Anschuldigungen und warf der Zeit falsche Berichterstattung vor. Nun wurde dem Galeristen Recht gegeben. 

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