Berlin - Ein Softwarefehler ist der Grund für das Zeitmessungsproblem bei dem TV-Dreikampf der Kanzlerkandidaten bei ARD und ZDF gewesen. Das teilten die öffentlich-rechtlichen Sender am Mittwoch mit. Es gab demnach auch Abweichungen von der für die TV-Zuschauer auf dem Bildschirm am Sonntag zuletzt eingeblendeten Zeit und der echten Redezeit. Demnach stimmte auch das dargestellte Ranking der Politiker bei der Redezeit nicht. Darüber berichtete am Mittwoch zuerst das Medienmagazin Übermedien. Die Redezeit wird gemessen, um Chancengleichheit im Redeanteil für die Kandidaten zu gewährleisten.

Vor den abschließenden Schlussstatements der drei Kanzlerkandidaten hatte laut TV-Einblendung vom Sonntagabend Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (26:25 Minuten) die längste Redezeit, gefolgt von Olaf Scholz (SPD) mit 24:39 Minuten und Annalena Baerbock (Grüne) mit 24:25 Minuten.

Zeitnahme auch händisch durchgeführt - Scholz lag vorn

Am Mittwoch teilten ARD und ZDF dann mit, dass die Zeitnahme im Studio zusätzlich per Hand durchgeführt worden sei. Demnach lag nicht Laschet, sondern Scholz bei der Redezeit mit 24:51 Minuten vorne, gefolgt von Armin Laschet mit 24:13 Minuten, Baerbock habe etwa drei Minuten weniger Redeanteil gehabt.

Das Problem mit der Zeitmessung war in der Live-Sendung von Kanzlerkandidatin Baerbock angesprochen worden. Die Grünen-Politikerin machte im laufenden Gespräch das Moderatorenteam hierauf aufmerksam: „Wenn ich das der Fairness halber sagen darf: Die Uhr von Herrn Scholz läuft aber weiter.“ Moderatorin Maybrit Illner sagte, man habe offensichtlich ein technisches Problem und werde das klären. „Das geht nicht, dass die weiterläuft.“ Etwas später erläuterte Moderator und ARD-Chefredakteur Oliver Köhr dann in der Live-Sendung, dass inzwischen den Moderatoren gesagt worden sei, dass die Zeiten wieder stimmen.