BerlinUm den Tierschutz beim Kauf von Heimtieren abzusichern, sollen strengere Anforderungen für Zoohandlungen kommen. Eine neue Verordnung soll deswegen Sachkunde und regelmäßige Schulungen für alle Mitarbeiter und nicht nur für Ladeninhaber festschreiben.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sagte: „Ein Tier eignet sich nicht als spontane Geschenkidee zu Weihnachten.“ Bisher müsse die verantwortliche Person in Zooläden, also etwa der Geschäftsführer, bei den zuständigen Behörden ausreichende Sachkunde nachweisen, teilte ihr Ministerium mit.

Zu wenig informiert oder schlecht beraten

Künftig soll dies für alle Mitarbeiter auf Verlangen belegt werden müssen, die im gewerblichen Handel mit Wirbeltieren tätig sind. Das gesamte Personal soll sich zudem regelmäßig fortbilden müssen. Pflicht werden soll ein Bestandsbuch, mit dem Behörden sehen können, wie viele und welche Tiere es im Laden gibt und welche Sachkunde dafür beim Personal vorhanden sein muss.

Laut einer im Auftrag des Ministeriums erstellten Studie gibt es in Tierheimen eine große Vielfalt von teilweise exotischen Tieren, die von Menschen abgegeben wurden. Die Gründe für das Abgeben wiesen demnach darauf hin, „dass die Halter sich vor dem Tierkauf häufig nicht genügend informiert haben oder falsch beziehungsweise nicht beraten wurden“.

Ministerium bietet Infoportal

Die Verordnung soll außerdem regeln, dass die verantwortliche Person eines Zoofachgeschäfts Sachkunde in Haltung, Pflege und Fütterung, zu häufigen Krankheiten und normalem Verhalten der Tiere belegen muss. Inhaber, Geschäftsführer oder Filialleiter müssen den Plänen zufolge eine Erlaubnis von der zuständigen Behörde bekommen, die auf acht Jahre befristet erteilt wird, bevor sie erneut werden muss.

Die geplante Verordnung soll voraussichtlich im Sommer 2021 in Kraft treten, der Bundesrat muss zustimmen. Um zu prüfen, ob ein Tier zu den eigenen Lebensumständen passt, bietet das Ministerium auf dem Portal www.haustier-berater.de Informationen an.