Düsseldorf - Die Landesmedienanstalt NRW will härtere Regeln für Online-Plattformen wie Onlyfans, Fancentro und andere einführen. Dies geht aus einem Bericht der Welt am Sonntag hervor. Demnach wolle die Institution den Jugendschutz in diesen Netzwerken ausbauen. Wie der Vorsitzende des Verbunds der nationalen Medienregulierungen in Europa mitteilte, setze man die Rechtslage von Onlyfans und ähnlichen Netzwerken mit Pornoplattformen gleich. 

Daher solle die Altersbeschränkung von 18 Jahren auf der Plattform wirksamer werden. Man registriere eine zunehmende erotische Anbieterschaft, so Schmid. Unter den Influencern befänden sich Sexarbeiter, die man daran erinnern wolle, „dass sie verpflichtet sind, ein zulässiges Jugendschutzsystem einzusetzen“.

Onlyfans hat 90 Millionen registrierte Accounts

Der Lockdown hat die Anzahl der User auf Onlyfans deutlich erhöht. Neunzig Millionen Accounts sind mittlerweile auf der Plattform registriert. Vor der Pandemie waren es nur sieben Millionen.

Der Experte für Social Media, Matthias Jax, hält gegenüber dem Magazin woman.at fest: „Die inhaltliche Entwicklung des Dienstes ist wenig überraschend. Sex sells, das ist eine alte Marketing-Strategie, die noch immer funktioniert.“ Diese Tatsache müsse man nicht zwingend verteufeln. Sex sei etwas ganz Natürliches und Teil unserer Gesellschaft, so Jax. Er plädiert allerdings dafür, mehr Aufklärungsarbeit unter Jugendlichen zu leisten. 

Barbara Buchegger von saferinternet.at erklärt sich den Hype um Onlyfans so: „Was auch zieht, ist der Gedanke, dass man das Mädchen oder den Typ ‚von nebenan‘ sieht.“ Die User hätten nicht das Gefühl, anonym zu konsumieren, sondern könnten auf ihren Gesprächspartner Einfluss nehmen, weil die Ersteller der Inhalte auf ihre Abonnenten auch tatsächlich reagieren.