Heidelberg - In Deutschland sind zu wenige Mädchen und Jungen gegen krebserregende humane Papillomviren (HPV) geimpft. Lediglich 43 Prozent der 15-jährigen Mädchen sind vollständig gegen HPV geimpft, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Deutsche Krebshilfe am Dienstag berichteten. Damit sei Deutschland noch weit von einem flächendeckenden Schutz vor diesen Viren entfernt, der erst bei einer Durchimpfungsrate von mindestens 70 Prozent besteht.

Das DKFZ und die Krebshilfe appellierten daher anlässlich des Welt-HPV-Tags an alle Eltern, diese Chance zur Krebsprävention für ihre Kinder zu nutzen. „Ganz Deutschland hofft derzeit darauf, dass wir durch zügige Corona-Impfungen schnellstmöglich eine schützende Herdenimmunität erreichen“, erklärte Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ. „Doch bei der HPV-Impfung haben wir bereits seit Jahren diese große Chance und lassen sie ungenutzt.“

Jährlich erkranken 7700 Menschen an HPV-bedingtem Krebs

Humane Papillomviren (HPV) sind weit verbreitet und infizieren sowohl Frauen als auch Männer. Sie werden oftmals bereits beim ersten Sexualkontakt übertragen. Derzeit werden zwölf der mehr als 200 bislang bekannten HPV-Typen als krebserregend eingestuft.

Allein in Deutschland erkranken geschätzt jährlich etwa 7700 Menschen an HPV-bedingtem Krebs - allen voran an Gebärmutterhalskrebs. Außerdem lösen die Viren Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum, im Darmausgang sowie im männlichen Genitalbereich aus. Die HPV-Impfung wird für Jungen und Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren empfohlen. Versäumte Impfungen können bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden.