Ein Zug entgleiste in der Nähe von Paderborn (Symbolbild).
Foto: dpa/Soeren Stache

PaderbornEinem elfjährigen Jungen wird vorgeworfen, bei Paderborn ein Metallrohr auf Bahnschienen gelegt und dadurch einen Zug zum Entgleisen gebracht zu haben. Nach Angaben der Bundespolizei wurde dabei ein Mensch verletzt.

Der mit etwa 80 Fahrgästen besetzte Zug der Nordwestbahn fuhr am Sonntag in der Nähe des Bahnhofs Paderborn-Sennelager über das etwa 1,20 Meter lange Stahlteil. Bei der Kollision riss eine Achse des Zuges ab, so die Polizei. Ein Bahnmitarbeiter, der sich im Fahrerstand aufhielt, wurde durch umherfliegende Glassplitter einer Tür am Bein verletzt.

Zug nahe Paderborn entgleist: Zeugen machten Polizei auf Jungen aufmerksam

Die Feuerwehr holte daraufhin alle Fahrgäste aus dem Zug. Unter den Passagieren gab es keine Verletzten. Durch Zeugenaussagen wurde die Polizei auf einen Jungen aufmerksam. Der Elfjährige gab zu, ein Stahlteil auf die Schienen gelegt und das Zugunglück ausgelöst zu haben.

Die Bundespolizei ermittelt nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Die Beamten wollen klären, woher der Junge das Stahlteil hatte und ob es weitere Tatbeteiligte gibt. Es werde vermutet, dass das Bauteil zur Ladungssicherung in der Nähe der Gleise gelegen habe, sagte ein Polizeisprecher.

Der Zug wurde in der Nacht geborgen. Am Zug und am Gleisbett entstand den Angaben zufolge ein Sachschaden im sechsstelligen Euro-Bereich. Der elfjährige Junge ist aufgrund seines Alters nicht strafmündig.