Kairo - Bei dem schweren Zugunglück, das sich am 26. März in Ägypten zugetragen hat, waren die Lokführer eines der Züge nach Angaben der Ermittler nicht auf ihrem Posten. Wie die Staatsanwaltschaft am Sonntag in Kairo mitteilte, standen weitere Beteiligte unter Drogen- und Medikamenteneinfluss. Nach dem Unglück waren der Lokführer und sein Assistent, die die Vorwürfe bestreiten, sowie mehrere andere Verdächtige festgenommen worden.

Das Unglück, bei dem nach den jüngsten Angaben mindestens 20 Menschen ums Leben kamen und 199 verletzt wurden, ereignete sich in der Ortschaft al-Samaa Gharb, 460 Kilometer südlich von Kairo. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sissi kündigte eine harte Bestrafung der Verantwortlichen an. Bei der Kollision war ein Zug auf einen anderen aufgefahren. Bilder einer Überwachungskamera zeigten, dass ein Wagen nach der Kollision mit großer Wucht in die Luft geschleudert wurde. In Ägypten gab es in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von schweren Zugunglücken. Beim schwersten derartigen Unglück in der Geschichte des Landes wurden 2002 mehr als 360 Menschen getötet, als in einem Zug südlich von Kairo ein Feuer ausbrach.