BerlinNach dem Auftakt am Sonntag gehen die Impfungen gegen das Coronavirus in Berlin weiter. Rund 2000 Menschen sind nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin am ersten Tag geimpft worden. Die mobilen Impfteams, die in der gesamten Stadt zu den Pflegeheimen fahren, um deren Bewohner zu impfen, sind seit Montagmorgen wieder im Einsatz. 

Auch die Impfungen in der Arena-Halle in Treptow würden fortgesetzt, sagte eine KV-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Montag. Zum Impfstart habe es rund 1800 Impfungen in den Pflegeheimen und weitere rund 150 im Impfzentrum in der Arena gegeben.

Detlef Cwojdzinski, der die Impfungen in der Arena für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) koordiniert, sagte der dpa, dass das Impfzentrum am Montag bereits ab 9 Uhr geöffnet gewesen sei. Anders am Sonntag, als es erst am Nachmittag den Betrieb aufgenommen habe. Im Impfzentrum in Treptow wird zunächst das Personal aus Senioren- und Pflegeheimen geimpft – und die Ärzte, die dort arbeiten. In den kommenden Tagen bis zum 30. Dezember sei es jeweils von 9 bis 19 Uhr in Betrieb.

„Wir stellen uns darauf ein, dass wir täglich knapp 1000 Impfungen bewältigen können“, sagte Cwojdzinski. Wie viele es dann tatsächlich würden, hänge aber von einer Reihe von Faktoren ab. Ob es auch Silvester und Neujahr Impfungen gebe, solle noch geklärt werden. Mit dem Auftakt am Sonntag ist Cwojdzinski nach eigenen Worten sehr zufrieden: „Das war wirklich ein sehr guter Start. Es gab nichts, was uns Sorgen machen würde.“

30 Ärzte und 60 mobile Impfteams sollen pro Tag im Einsatz sein

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung sollen bis Mitte Januar im Impfzentrum in Treptow jeweils 15 Ärztinnen und Ärzte pro Schicht im Einsatz sein, also 30 an jedem Tag. Auch zu jedem der insgesamt 60 mobilen Impfteams, die für die Impfungen in den Pflegeheimen zur Verfügung stehen, gehört ein Arzt. Wann die übrigen fünf Impfzentren in Betrieb genommen werden, ist noch nicht bekannt.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) besuchte am Montagvormittag zusammen mit Vertretern der Fraktionen aus dem Berliner Abgeordnetenhaus, darunter die Fraktionsvorsitzenden der FDP, Sebastian Czaja, der Grünen, Silke Gebel und der Linken, Carsten Schatz, das noch nicht in Betrieb genommene Impfzentrum auf dem Messegelände. Wie die Sprecherin des Malteser Hilfsdienstes Berlin, Charlotte Rybak, sagte, stehe noch nicht fest, wann es starten werde. Der Malteser Hilfsdienst ist für den Betrieb zuständig. Am Montag wurden dort neue Mitarbeiter eingewiesen.

Berlin: Wöchentliche Lieferungen von knapp 30.000 Impfdosen erwartet

Die Impfungen sollen künftig abhängig von der Menge des zur Verfügung stehenden Impfstoffs ausgeweitet werden. Über die Inbetriebnahme weiterer Impfzentren werde zur gegebenen Zeit entschieden, teilte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung am Montag auf Anfrage mit und verwies auf die begrenzte Verfügbarkeit des Impfstoffs.

Für Montag war nach Angaben der Gesundheitsverwaltung die nächste Lieferung von 19.500 Impfdosen angekündigt, für zwei Tage später noch einmal 29.500. Ab Beginn 2021 würden dann wöchentliche Lieferungen von 29.750 Impfdosen erwartet.

Die Priorität liege zunächst auf den Bewohnern der Pflegeheime und den Pflegekräften, sagte der Sprecher. Erst im neuen Jahr sollen auch über 80-Jährige, die nicht in Pflegeheimen wohnen, geimpft werden. Sie bekommen nach Angaben der Gesundheitsverwaltung eine schriftliche Einladung und können dann telefonisch oder online einen Termin für die Impfung in einem der sechs Impfzentren vereinbaren.