Berlin - Die Zusammenarbeit mit Verschwörungsprediger und Vegan-Koch Attila Hildmann hat den Safthersteller Voelkel eine hohe Summe Geld gekostet. Voelkel entwickelte, produzierte und vertrieb unter Hildmanns Marke „Daisho“ ab 2017 Energydrinks. Nach Informationen des Spiegels büßte der Konzern mehr als 700.000 Euro ein. 

Mit „Daisho“  habe man damals eine deutlich jüngere Zielgruppe erreichen wollen, begründet Voelkel seine Zusammenarbeit mit Hildmann. Während sich Hildmann in diesem Sinne zunächst als Erfolg für das Marketing herausstellte, hatte der Koch als Unternehmer offenbar Probleme. 2018 habe man Hildmann, der „unter finanziellen Druck“ geraten war, einen Kredit von 210.000 Euro gewährt, teilte Voelkel dem Spiegel auf Anfrage mit. Als Hildmann sich im Frühjahr 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie offen antisemitisch äußerte, stellte Voelkel den Vertrieb von „Daisho“ ein und distanzierte sich.

Anonymous hackt Hildmanns Internet-Kanäle

Mehr als zwei Millionen unverkaufte Dosen des Energydrinks mussten vernichtet werden. Nach Spiegel-Angaben will Voelkel zukünftig nur noch mit erfahrenen Start-ups zusammenarbeiten, um ein weiteres Debakel zu vermeiden. 

Hildmann ist laut Staatsanwaltschaft Berlin in der Türkei untergetaucht. In Deutschland wird er per Haftbefehl gesucht. Zuletzt wurden mehrere Kanäle des Verschwörungserzählers von Anonymous gehackt und übernommen. Daraufhin schaltete sich die Berliner Staatsanwaltschaft erneut ein. „Wir gehen sämtlichen Informationen, die sich aus den Veröffentlichungen der letzten Tage ergeben haben, nach“, twitterte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag.