Neue Bahn-Verbindungen für Berlin: Etliche Baustellen kommen

Berlin bekommt etliche neue Bahnstrecken. Auch eine neue Nachtzuglinie geht an den Start. Der Ausbau führt aber zu Baustellen und Verspätungen.

ICE fährt aus dem Berliner Hauptbahnhof.
ICE fährt aus dem Berliner Hauptbahnhof.imago/Berliner Hauptbahnhof

Die Deutsche Bahn baut ihr Fernverkehrs-Angebot im Nordosten Deutschlands und rund um Berlin aus. Einige Bauprojekte werden den Zugverkehr in der Region aber schon wenige Monate später wieder ausbremsen. Betroffen davon ist insbesondere die Fernzugverbindung Berlin-Dresden, wie Fernverkehrsvorstand Michael Peterson am Montag sagte. Hier sollen die Züge wegen Baumaßnahmen im kommenden Jahr rund 20 Minuten länger brauchen.

Bis dahin weitet der Konzern sein Sprinter-Angebot von Warnemünde in Richtung Süden indes auch auf den Winter aus. Zwischen Berlin und Dresden soll am Samstagabend und am Sonntagfrüh zudem jeweils eine neue Verbindung entstehen, teilte der Konzern weiter mit.

Auch eine neue Nachtzuglinie der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) zwischen Prag, Berlin und Zürich soll dann an den Start gehen, wie die Deutsche Bahn am Montag mitteilte. Diese werde Prag und Zürich über Berlin, Leipzig und Erfurt miteinander verbinden, teilte die Bahn mit. Im Regelverkehr bietet die Deutsche Bahn ab Dezember zudem zusätzliche Fahrten von Berlin nach Prag und von Stuttgart nach Zürich an.

Neue Verbindung Richtung Polen

Auch in Richtung Polen soll ab Mitte März des kommenden Jahres eine zusätzliche Verbindung pro Richtung hinzukommen. Die Züge seien dann außerdem rund 15 Minuten schneller unterwegs.

Eine neue Intercity-Verbindung entsteht laut Bahn mit dem Fahrplanwechsel von Magdeburg nach Berlin über Brandenburg und Potsdam. Die Doppelstockzüge sollen Montag bis Freitag einmal täglich hin und zurück fahren.

Der samstagmorgendliche ICE-Sprinter von Berlin nach München wird darüber hinaus verlängert und fährt dann weiter bis Garmisch-Partenkirchen über Weilheim und Murnau.

Fahrplanwechsel bringt auch höhere Preise

Doch über die Zuverlässigkeit der Schnellzüge sagen die zahlreichen Taktverdichtungen im nächsten Jahr wenig aus. Ein neues Pünktlichkeitsziel für 2023 hatte Peterson am Montag zumindest nicht parat. Klar bleibt nur: Auch im kommenden Jahr bremsen zahlreiche Baustellen weiterhin den Verkehr aus.

Aus Sicht des Ehrenvorsitzenden des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, sind die Baumaßnahmen an vielen Stellen überaus notwendig. „Es wird hier eher zu wenig gebaut als zu viel“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Montag. „Es gibt da ja auch gute Umleitungsmöglichkeiten. Das ist nicht das wirklich große Problem.“

Die neuen Angebote gehen mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember auch mit einer Erhöhung der Fahrpreise einher. Um durchschnittlich fünf Prozent hebt die Bahn die Preise im Fernverkehr dann an. Das hatte der Konzern bereits Ende September bekannt gemacht. Die sogenannten Flextickets kosten dann sogar knapp sieben Prozent mehr.