Mit 67 Prozent sind gut zwei Drittel der Deutschen einer Umfrage zufolge für die Abschaffung der Kirchensteuer. In der am Freitag von der Bild-Zeitung veröffentlichten Insa-Befragung gaben 55 Prozent der Befragten an, sie fänden ein System gut, in dem jeder Steuerzahler einen Teil seines Einkommens für einen guten Zweck gibt - dies dann mit Wahlmöglichkeit für Kirchen, Hilfsorganisationen oder Umweltverbände. Insa befragte am Mittwoch 1005 Deutsche repräsentativ.

Trotz Rekordzahlen bei den Kirchenaustritten hatten die Kirchensteuereinnahmen zuletzt mit 12,7 Milliarden Euro einen Rekordwert erreicht. Der katholische Eichstätter Bischof Gregor Hanke forderte in der Bild völlig neue Finanzierungskonzepte für die Kirchen. „Die Kirche ist gut beraten, nach Wegen alternativer Finanzierung zu suchen, da das deutsche Kirchensteuersystem kein Zukunftsmodell sein dürfte“, sagte er. Ein „abrupter Ausstieg“ aus dem System sei allerdings nicht möglich.

2021 hatte die katholische Kirche rund 6,7 Milliarden Euro Steuern eingenommen, auf die 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland entfielen etwa 6 Milliarden Euro. Die Kirchensteuer wird von Kirchenmitgliedern als Zuschlag zur Einkommens-, Lohn- und Kapitalertragssteuer gezahlt. Sie wird von den Finanzämtern der jeweiligen Länder eingezogen, die dafür eine Aufwandsentschädigung einbehalten.