Berlin - Wenige Tage vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus liegt die SPD in zwei neuen Umfragen weiterhin auf dem ersten Platz. Dahinter folgen Grüne, CDU, Linke sowie AfD und FDP.

Rechnerisch hätte die seit 2016 regierende rot-rot-grüne Koalition weiterhin eine Mehrheit. Für die Fortsetzung von Rot-Rot-Grün haben sich Teile der SPD und vor allem Linke und Grüne ausgesprochen. Denkbar wären aber auch andere Bündnisse aus drei Parteien: SPD, Grüne und FDP oder auch SPD, CDU und FDP. Giffey legte sich bisher nicht fest.

Die Berliner Sozialdemokraten kamen in dem am Donnerstag veröffentlichten ZDF-Politbarometer Extra der Forschungsgruppe Wahlen auf 22 Prozent (plus 1), die Grünen auf 19 Prozent (minus 1). Die CDU folgte auf Platz drei mit unverändert 17 Prozent. Die Linke kam auf 13 (plus 1), die AfD unverändert auf 9, die FDP auf 7 Prozent (minus 1). Die übrigen Parteien erreichten zusammen 13 Prozent.

Umfrage des Instituts Civey sieht die SPD mit 24 Prozent vorne

In der Umfrage des Instituts Civey im Auftrag des Tagesspiegels steht die SPD mit 24 Prozent noch besser da und liegt deutlich vor den Grünen (18 Prozent). Die CDU erreicht mit 16 Prozent Platz drei. Die Linken folgen mit 12 Prozent vor der FDP mit 9 Prozent und der AfD mit 8 Prozent.

Die Forschungsgruppe Wahlen und Civey betonten, dass ihre Projektionswerte keine Prognose für den Wahlausgang am 26. September darstellen, sondern die aktuelle Wahlpräferenz der Befragten im angegebenen Zeitraum. Es gehe um einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung.

Meinungsforscher Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen hält besonders in der Hauptstadt eine größere Differenz zwischen den Vorhersagen und dem Ergebnis für möglich. Das liege unter anderem daran, dass die Parteibindung in Großstädten geringer sei als etwa auf dem Land. „In modernen und jungen Strukturen werden die Menschen weniger eng gebunden, deshalb ist der Weg von der einen Partei zur anderen leicht. Dann können die Unterschiede zwischen Umfrage und Ergebnis beträchtlich sein“, sagte Jung. In Berlin würden außerdem drei Parteien ähnlich weit vorne liegen. Dadurch könnten schon vergleichsweise wenige Stimmen das Ergebnis noch drehen.