Berlin - In Berlin ist mit dem Erika-Hess-Eisstadion in Wedding das zweite Impfzentrum für den Betrieb startklar. „Wir haben am Wochenende trainiert. Von unserer Seite aus kann es jetzt jederzeit losgehen, wenn mehr Impfstoff kommt“, sagte Projektsteuerer Detlef Cwojdzinski vom Deutschen Roten Kreuz am Mittwoch. Für eine Notfallversorgung in dem Stadion sähen die Verhandlungen ebenfalls gut aus. Die nächste Impfstoff-Lieferung ist vom Bund für den 8. Januar angekündigt.

Die Zuständigkeiten bleiben wie im ersten Impfzentrum, der Arena in Treptow, weiter geteilt: Hilfsorganisationen sorgen für Betrieb und Betreuung, für die impfenden Ärzte muss die Kassenärztliche Vereinigung sorgen. Die Pharmazeuten, die den Impfstoff vorbereiten, koordiniert die Senatsverwaltung für Gesundheit, die auch die Callcenter für die Anmeldung in ihrer Regie hat. Für den Betrieb Mitte Januar würden auch die Impfzenten in der Messe Berlin und im Velodrom vorbereitet, sagte Cwojdzinski. Am kommenden Wochenende würden dort die Abläufe geübt.

Die Erfahrungen in der Arena Treptow, in der zurzeit pro Tag rund 600 Dosen gespritzt werden, hätten bereits einige Änderungen bewirkt, berichtete der Projektsteuerer. So sei das Personal für die Betreuung betagter Menschen um rund ein Drittel aufgestockt worden. Sehr gut werde seit Montag die Taxi-Regelung angenommen: Senioren, die sich impfen lassen wollen, brauchen für diesen Transfer nichts zu zahlen. Für die Taxifahrt reiche die Einladung zum Impfen, sagte Cwojdzinski. Damit ist aus seiner Sicht das Mobilitätsproblem gut gelöst.

Regierender bleibt vorsichtig und will Impfstoff-Reserven vorhalten

Trotz absehbarer Zulassung eines zweiten Impfstoffs gegen das Coronavirus will Berlin bei seiner Impfkampagne weiter vorsichtig bleiben. Dazu gehöre, Reserven vorzuhalten, um die bislang einmal geimpften Menschen im Abstand von einigen Wochen ein zweites Mal impfen zu können, teilte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Mittwoch nach einer Senatssitzung mit.

Müller zufolge hat Berlin bisher 58.000 Impfdosen des Herstellers Biontech/Pfizer erhalten. 29.000 davon seien zurückgelegt für die zweite Impfung, die dann eine Immunisierung bringen soll. Für den 8. und 18. Januar und dann wöchentlich habe der Bund jeweils rund 30.000 weitere Dosen zugesagt.