Rosenheim - Die Bundespolizei in Bayern ermittelt gegen mutmaßliche Schleuser, die fünf Menschen zwischen Baumstämmen in einem Lkw-Anhänger transportiert haben sollen. Beim Halt des Fahrzeugs an einer Raststätte im Landkreis Rosenheim sprangen die Personen am Donnerstag offiziellen Angaben zufolge von dem Anhänger.

Laut Bundespolizei Rosenheim bemerkte der rumänische Fahrer des Lastwagens während einer Pause, dass sich sein Sattelzug bewegte. Als er eine Seite des Aufliegers öffnete, flüchteten die Personen demnach. Ein Kollege des Fahrers rief die Polizei, die an der A8 nach den Personen fahndete und sie noch im Bereich der Rastanlage in Gewahrsam nahm. Eigenen Angaben nach stammten die Menschen aus Afghanistan. Sie und der Lkw-Fahrer wurden zur Bundespolizeiinspektion nach Rosenheim gebracht, wo sie mithilfe von Dolmetschern befragt wurden.

Bundespolizei spricht von „Schleusertour“

Die fünf Transportierten gaben demzufolge an, dass ein Schleuser sie zwei Tage zuvor in Rumänien gezielt zu dem Anhänger geführt und ihnen einen heimlichen Einstieg ermöglicht habe. Die Schleusung sei von Afghanistan aus in mehreren Etappen erfolgt und habe pro Person zwischen 5500 und 6600 Euro gekostet. Weiter gaben sie an, dass sie zuvor unabhängig voneinander – teils zu Fuß, teils mit dem Auto – über den Iran, die Türkei, Bulgarien und Serbien bis nach Rumänien gelangt seien. Die Bundespolizei geht von einer „durchgängig organisierten Schleusertour“ aus.

„Die erwachsenen Geschleusten wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen einer Anlaufstelle für Flüchtlinge zugeleitet, der minderjährige Afghane der Obhut des zuständigen Jugendamtes anvertraut“, teilte sie mit. Da in den zurückliegenden Wochen bereits zwei ähnliche Schleusungen im Landkreis Rosenheim festgestellt worden seien, beabsichtige die Bundespolizeiinspektion Rosenheim, „in ihrem Verantwortungsbereich nunmehr verstärkt Lkw-Schwerpunktkontrollen durchzuführen“, hieß es weiter.