Die Anforderungen an die Flexibilität der Arbeitnehmer wachsen beständig: Die Teamsitzung nach Feierabend ist längst keine Ausnahme mehr. Und oft genug verschlägt es sie sogar für einige Zeit in eine andere Stadt -das traute Heim ist vielen längst keine Institution mehr, eher ein Gefühl, das sie auch auf Reisen gern im Gepäck haben. Die so genannten "Wohnen auf Zeit"-Konzepte kommen diesem Trend sehr entgegen. Service wie im Hotel Eines der mittlerweile klassischen Modelle ist das Wohnen im Boardinghouse, das mehr bietet als eine Übernachtung im herkömmlichen Fremdenzimmer. Vielmehr handelt es sich um voll ausgestattete Wohnungen, in denen man sich je nach Bedarf eine Nacht oder einen Monat einmietet. Die Geschäftsfrau, die für zwei Monate in einer anderen Stadt eine neue Filiale aufbaut, der Regisseur, der während der Dreharbeiten für einige Wochen auswärts beschäftigt ist oder die Organisatoren der Fußball-EM, die vor Ort in Wien den reibungslosen Ablauf des Turniers überwacht haben -sie gehören zur klassischen Zielgruppe des Boardingwohnens. "Unser Angebot ist einfach wohnlicher als ein Hotel, fast wie eine Zweitwohnung", sagt Nicola Peter, Geschäftsführerin des "Flower's" in Berlin-Mitte. Die studierte Malerin hat das Boardinghouse gemeinsam mit ihrem Bruder vor zwei Jahren übernommen. Alle 21 Apartments sind mit Vollbad, Küche, Telefon, TV und DVD-Player, sowie WLAN-Anschluss ausgestattet und entsprechen in etwa dem Standard eines gehobenen Mittelklasse-Hotels. Sauber gemacht wird einmal wöchentlich, ein kleines Frühstück gibt es "to go" an der Theke. Auf Wunsch können Zusatzleistungen wie Bügeln und Einkaufen in Anspruch genommen werden. Stammgäste verwahren nicht selten ihre Koffer und Nahrungsmittel bis zum nächsten Aufenthalt. Die Apartments sind zwischen 30 und 60 Quadratmeter groß und ein bewusster Gegenentwurf zur sonst üblichen anonymen Atmosphäre in Hotelzimmern: "Unser Ansatz ist Individualität und Persönlichkeit", so Hotelchefin Peter "Vor allem der Langzeit-Gast soll sich bei uns mehr zuhause fühlen als in einem Hotel". Wegen ihrer Kinderfreundlichkeit eignen sich Boardinghouses zudem als Hotel-Alternative für reisende Familien: "Wir haben in jedem Apartment eine Küche. Das ist für Touristen und Geschäftsleute von Vorteil, dann müssen sie nicht jede Mahlzeit am Tag in einem Restaurant einnehmen." Die Preise im "Flower's" sind gestaffelt, eine Übernachtung in einem Apartment des Typs L, einem Einzimmer-Apartment mit vier Schlafplätzen, kostet dort 89 Euro. Bei einem Aufenthalt ab einem Monat sinkt der Preis auf 76 Euro. In anderen Boardinghouses werden auch Apartments zu Monatspreisen angeboten -in der Standardausführung ab etwa 550 Euro. Hoher Konkurrenzdruck Immer öfter bieten Hotels sowohl normale Zimmer als auch Apartments mit Extra-Service für Langzeitgäste an. Und auch klassische Boardinghouses ermöglichen bereits den Aufenthalt für nur eine Nacht. "Der Übergang zwischen Hotel und Boardinghouse wird immer fließender" meint Anett Gregorius. Die Gründerin des Internetportals www.apart mentservice.de zählt insgesamt 3400 Einheiten in Berlin, die dem Standard eines Boardinghouses entsprechen, doch darauf kommt es ja nicht alleine an: Der starke Konkurrenzdruck hat in der Hauptstadt eine Situation erschaffen, in der der Verbraucher sich je nach Geschmack und Geldbeutel die passende Übernachtungsgelegenheit aussuchen kann -und wenn er darauf Wert legt, findet er bestimmt auch ein günstiges Plätzchen für seinen eigenen Koffer in Berlin.------------------------------ServiceBoardinghouses Lützow Center Berlin Lützowufer 26, Tiergarten Tel. 25 79 71 60 www.luetzowcenter.de Flower's Boardinghouse Mulackstr. 1, Mitte, Tel. 28 88 27 0 www.flowersberlin.de Lux Eleven Design Hotel Rosa-Luxemburg Str. 9-13, Mitte, Tel. 93 62 80 0 www.lux-eleven.comSuche im Internet Das Internetportal von Anett Gregorius bietet neben der gezielten Suche auch die Unterscheidung der qualitativen Merkmale zwischen Boardinghouses und Hotels oder Ferienwohnungen. www.apartmentservice.de------------------------------Foto : Komfortzone: In einigen Boardinghouses darf man auch persönliche Gegenstände bis zum nächsten Besuch aufbewahren.

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