BERLIN, 25. November. Hockey hatte der holländische Liedermacher Hermann van Veen mit Sicherheit nicht im Sinn, als er 1977 die Zeilen schrieb: "Schnell, weg da, weg da, weg, macht Platz, sonst gibts noch Streit! Wir sind spät dran und haben keine Zeit." Und dennoch sagen diese wenigen Worte heute, 24 Jahre später, alles über die derzeitige Situation in der Hallenhockey-Bundesliga aus, insbesondere über die Gruppe Ost. Schnell weg waren sie, die Berliner Nationalspieler, nach der ersten Saison in der regionalisierten Bundesliga, die an Niveau verloren hatte.Florian Keller vom Berliner HC erfüllte sich mit seinem Wechsel zum Harvestehuder THC einen Kindheitstraum, Tobias Hentschel zog es vom SC Charlottenburg zum Hamburger Club an der Alster, mit dem er Deutscher Feldhockey-Meister wurde. Ein halbes Jahr später folgt ihnen nun Jamilon Mülders von den Zehlendorfer Wespen, der beim Harvestehuder THC zunächst einmal überwintern möchte.Diese Abgänge machen die Bundesliga Ost, der ohnehin der Ruf von Regionalliganiveau anhängt, nicht unbedingt stärker. Während im Süden und Westen Spitzenteams gegen den Abstieg spielen, verschaffte sich in der abgelaufenen Saison der durch die Strukturreform ins Oberhaus gehievte Regionalligaerste SCC mit dem zweiten Tabellenrang Zugang ins Viertelfinale. Diesen Platz streben die Charlottenburger auch in diesem Winter an. Hinter dem Berliner HC, der für die Play-offs als gesetzt gilt. Dem BHC will die Konkurrenz jedoch nicht so einfach wie in der zurückliegenden Spielzeit die Spitze überlassen.Am Freitag kam der letztjährige Viertelfinalist gegen die Zehlendorfer Wespen nicht über ein 6:6 hinaus. Welche Auswirkungen das haben wird, weiß der Favorit spätestens in vier Wochen. Die im Februar in Malaysia stattfindende Feld-WM drängt. Eiligst wird im Januar noch der neue deutsche Meister ausgespielt. Eine Berliner Beteiligung ist dann schon nicht mehr eingeplant. Möglich, dass ein Ost-Team bis dahin das Urteil vom weggezogenen Florian Keller revidieren kann. Das hiesige Niveau, sagt er, sei schlichtweg "lasch".