Der designierte Präsident Barack Obama macht seine frühere Konkurrentin Hillary Clinton zur Außenministerin. Warum tut er das? Und wie werden diese beiden sehr ehrgeizigen Menschen zusammenarbeiten?Es ist eine Herausforderung, aber Obama ist als Führungskraft sehr selbstbewusst. Er fühlt sich nicht bedroht durch das Wissen oder die Kritik anderer Menschen. Sehen Sie sich an, wen er um sich versammelt: Das sind die besten Kaliber. Leute, die wissen, was sie tun und die sehr effektiv sein können, die aber nicht notwendigerweise mit Obama übereinstimmen. Das trifft auch auf Hillary zu. Wir werden sehen, wie es funktioniert. Aber ich bin da optimistisch.Im Vorwahlkampf haben sich beide gegenseitig stark kritisiert, es gab auch persönliche Angriffe. Macht das den Umgang miteinander nicht schwierig?Ich glaube nicht, dass einer von beiden ernst nimmt, was im Vorwahlkampf passiert ist. Sie sind viel zu sehr Profis. Sie kennen das Spiel. Sie mussten sich angreifen. Es mögen einige Wunden da sein, aber sie werden auf beiden Seiten schnell verheilen. Obama hat sich gesagt: Ich hole diese Frau ins Team, sie mag dieses oder jenes über mich denken, aber daran kann ich es nicht scheitern lassen, ich brauche jetzt die besten Leute. Ähnliches gilt für Lawrence Summers, den Obama als Chef für seinen Wirtschaftsrat gewonnen hat und den ich persönlich gut kenne. Er ist eine kontroverse Person, sehr schwierig im Umgang. Dessen ungeachtet wollte Obama seine Expertise, denn als Wissenschaftler ist Summers brillant. Ich sehe es als Zeichen für Obamas Selbstbewusstsein, diese Vielfalt an Meinungen zuzulassen. Letztlich macht ihn das stark.War dieses Selbstvertrauen auch der Grund, warum er sich gegen Hillary Clinton durchgesetzt hat?Es hat sicher dazu beigetragen. Doch was die Menschen wirklich beeindruckt hat, war seine Fähigkeit, Fragen kompetent zu beantworten, und vor allem seine Gelassenheit. Er strahlt einfach eine große innere Ruhe aus.Was erzählt es über Obamas Persönlichkeit, dass er immer so ruhig auftritt, fast kalt?Ich wünschte, ich hätte dazu schon eine wissenschaftliche These. Ich bin genauso beeindruckt von seiner Gelassenheit, wie es wohl jeder ist. Lange bevor er seine Kandidatur bekannt gegeben hat, sah ich ihn in einer Fernsehshow, und schon damals war ich überzeugt, dass er es bis ganz nach oben schaffen könnte. Was merkwürdig war, denn damals schien es völlig unmöglich, dass dieser Mann sich jemals ums Präsidentenamt bewerben könnte. Im Vorwahlkampf hat ihm aber sicherlich ein weiterer Umstand geholfen, diese Ruhe zu bewahren: Er war überzeugt, dass es nicht der Untergang für ihn wäre, wenn er verliert. Dieses Wissen hat seine Kampagne so stark gemacht. Während Hillary Clinton wusste, dass dies ihre große Chance sein würde. Damit lag ungleich mehr Druck auf ihr. In so einer Situation ist es schwer, ruhig zu bleiben. Darum ist sie viel emotionaler mit allem umgegangen. Obama wollte einfach eine gute Kampagne aufbauen und schauen, was kommt.Im Vorwahlkampf hatten beide Kandidaten mit Vorurteilen zu kämpfen, doch man hatte den Eindruck, dass dies Clinton mehr zu schaffen macht. Ist Sexismus immer noch gesellschaftsfähiger als Rassismus?Da ist sicher einiges dran. Aber natürlich ist Sexismus nicht weniger schlecht als Rassismus. Sie sind beide übel und trotzdem noch tief in der Gesellschaft verankert. Aber etwas in Hillarys Persönlichkeit bewirkte, dass Menschen sie eher reservierter sahen.Sie meinen, was sie weniger sympathisch machte? War sie zu unpersönlich?Mein Eindruck war, dass sie zu offensichtlich tat, was sie glaubte, für den Erfolg tun zu müssen. An einem Tag sagte sie das eine, am anderen Tag etwas anderes. Das kam nicht gut an bei den Leuten. Sie hat zu sehr versucht, das Richtige zu tun. Obama dagegen zeigte immer wieder, dass er sich in seiner Haut wohlfühlte, und er war konsequent in seinen Ausführungen. Der Kontrast machte ihn sympathisch und ließ sie umso problematischer aussehen.Ist eine entspannte Laissez-faire-Haltung generell der bessere Weg, um etwas zu erreichen?Ja, wenn man das kann, sicherlich. Doch Hillary konnte es nun mal nicht. Sie ist vierzehn Jahre älter als Obama, es war ihre Chance. Die Möglichkeit eines Misserfolgs war eine wirkliche Bedrohung für sie - anders als für Obama. Er ist in einem völlig anderen Lebensstadium.Ihre Arbeit über Stereotypen hat Sie bekannt gemacht. Sie sagen, wenn jemand mit einem von typischen Vorurteilen behafteten Blick gesehen wird, handelt er unter diesem Vorzeichen. Das heißt, wenn jemand denkt, er könne eine bestimmte Aufgabe nicht bewältigen, weil er zum Beispiel einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe angehöre, und er weiß das, schneide er tatsächlich schlechter ab. Sie haben dies in Studien mit schwarzen Studenten nachgewiesen. Als ich Ihre Thesen hierzu las, musste ich komischerweise nicht an Obama als Schwarzen, sondern an Clinton als Frau denken.Sie haben recht. Ich glaube, Hillary Clinton fühlte sich geradezu bedroht durch die Frage: Ist sie hart genug, Präsidentin zu sein? Ist sie stark genug? Clinton hat versucht, solchen Stereotypen mit ihrer Kampagne zu begegnen. Ich glaube, viele Situationen, in denen Clinton sich nicht optimal präsentiert hat, waren dem Bedürfnis geschuldet, solchen Vorurteilen etwas entgegenzusetzen. Während es Obama nicht zu berühren schien, als Schwarzer eingeschätzt zu werden, mit all den Vorurteilen, die daran hängen. Eines dieser Vorurteile ist, dass Schwarze leicht emotional und aggressiv werden. Darum war es so entscheidend, dass er in der Auseinandersetzung um seinen Pastor ruhig blieb. Er war sehr gut darin, diesen beiden hartnäckigen Stereotypen zu begegnen. Ein Schnitzer - und es wäre vorbei gewesen.War es für Hillary Clinton besonders schwer, gegen jemanden zu verlieren, der mit dem gleichen Problem konfrontiert war wie sie, aber offensichtlich besser damit umgegangen ist?Ich denke, ihre Gefühle waren gemischt. Sie hasst es zu verlieren, aber ich glaube, auf einer sehr tiefen Ebene ist sie dankbar, dass Eis gebrochen wurde, dass ein Vertreter einer Minderheit es geschafft hat. Sie muss als Frau dankbar dafür sein. Es ist nicht der Sieg, den sie sich erhofft hat, doch nun sind Dinge möglich geworden, die man nicht für möglich hielt. Und es war ja auch ein großer Erfolg für ihre eigene Kampagne. Sie war eine enorm starke Verliererin. Insgesamt war es ein überragender Wahlsieg für Teile der Gesellschaft, die seit Jahrhunderten unterdrückt waren. Ich denke, dass sie einen Trost daraus zieht .. aus der Tatsache, dass ein Schwarzer Präsident werden kann?. und dass es denkbar geworden ist, dass eine Frau Präsidentin wird.Nun wird Clinton Außenministerin. Wie hart ist es für jemand wie sie, die Nummer Zwei zu sein? Am Tag ihrer Berufung sah sie nicht sehr glücklich aus.Na ja, zu sehr sollten wir sie nicht bemitleiden. Sie war First Lady, nun ist sie bald Außenministerin. Das sind beides beachtliche Stellungen. Und sie ist weltweit als starke Politikerin geachtet. Die Tatsache, dass sie nun nicht Präsidentin der Vereinigten Staaten ist, ist wohl eine persönliche Enttäuschung, aber sie ist stark genug, darüber schnell hinwegzukommen. Sie muss es. Das ist schließlich der einzige Weg, glücklich zu sein. Ich glaube, sie weiß, dass sie mit ihrem neuen Amt etwas zur Geschichte Amerikas beitragen kann. Wenn sie als Außenministerin etwas erreicht, wird das von bleibendem Wert sein. Sie ist nicht nur ausgefüllt mit eigenen politischen Ambitionen. Es gibt Zyniker, die das behaupten. Ich meine aber zu wissen, dass Menschen so nicht funktionieren. Von einigen Neurotikern abgesehen, die völlig von sich eingenommen sind. Dazu gehört Hillary Clinton aber nicht. Sehen Sie sich nur an, was sie im Senat geleistet hat.Sie haben auch viel über "Disidentification" geforscht, wofür es kein deutsches Wort gibt. Man könnte es mit Ent-Identifizierung übersetzen. Gemeint ist, dass jemand unter Druck ein Ziel oder ein Bild loslässt, mit dem er sich jahrelang identifiziert hat. So wie Hillary Clinton?Wahrscheinlich werden wir gerade Zeuge, wie sie sich still und leise löst von etwas, das jahrelang ihr Leben, ihre Seele erfüllt hat. Dafür müssen wir ihr schon einen Moment der Trauer zugestehen. Es ist für jeden schwer zu sehen, dass die Zeit für etwas vorüber ist, an dem man gehangen hat. Doch sie wird schnell sehen, dass die Welt eine Menge von ihr erwartet. Sie hat so viel Arbeit zu erledigen, die ihre ganze Aufmerksamkeit fordern wird.Clinton ist im neuen Regierungsteam nicht die Einzige mit ausgeprägten Ambitionen. Wie wird Obama mit all diesen Überfliegern fertig werden?Es liegt zunächst einmal eine unglaubliche Autorität darin, Präsident zu sein. Ich glaube, der beste Weg, mit diesen Menschen umzugehen, ist, sie reden zu lassen. Und zwar in einer disziplinierten Weise. Einige meiner Freunde stehen dem Obama-Team sehr nahe, und ich meine verstanden zu haben, wie er Entscheidungen trifft. Es wird nicht nur eine Person geben, die Zugang zu ihm haben und die er befragen wird, sondern einen ganzen Reigen von Menschen. Und die wird er bitten, ihre persönlichen Vorbehalte, ihre Ideologien und Animositäten vor der Tür zu lassen. Er hat diese Leute, weil er die Dinge verstehen und auf dieses Wissen seine Entscheidungen gründen will. Er bringt alle zusammen, um das beste Insider-Verständnis zu bekommen.Und wenn er die Einschätzung eines Team-Mitglieds nicht teilt, entgegen seinem Rat handelt? Führt das nicht zu Verstimmungen?Er muss seinen Leuten klar machen, dass er mit ihrer Hilfe große Entscheidungen zu großen Fragen trifft. Und dass er, wenn er heute nicht nach ihrem Rat entscheidet, dies vielleicht das nächste Mal tut. Er muss ihnen zeigen, dass er ihren Beitrag schätzt, auch wenn er nicht immer zum gleichen Ergebnis kommt. Aus meiner Sicht verfügt er über die Gabe, das in einer professionellen Weise zu tun, die die Gefühle seiner Mitarbeiter nicht verletzt.Wo hat er das gelernt?Es gibt wahrscheinlich keine wirkliche sozialpsychologische Erklärung dafür, aber etwas, das man in der Wissenschaft als "Identitätsmarginalisierung" bezeichnet, könnte eine Rolle gespielt haben. Als Obama ins College kam, gab es keine Gruppe, der er angehörte. In dieser Außenseiter-Situation muss man eine besondere Sensibilität entwickeln: Wie unterscheiden sich Menschen, und was bedeuten diese Unterschiede? Wenn man in der Herde mitläuft, braucht man diese Art von Aufmerksamkeit nicht. Abseits zu stehen, gibt jemandem, der intelligent und ehrgeizig ist, die Möglichkeit, Dinge unter der Oberfläche zu sehen. Und man kann ein Talent darin entwickeln, mit diesen Dingen umzugehen. Jemand wie Larry Summers, der künftige Chef des Wirtschaftsrats, hatte offensichtlich nicht die Möglichkeit, sich diese Art sozialer Intelligenz zuzulegen. Obama aber musste das, um weiterzukommen.Wird ihm das möglicherweise auch dabei helfen, eventuelle Rivalitäten innerhalb seines Teams zu entschärfen?Es kann sein, dass ich Ihnen in ein, zwei Jahren eine andere Antwort gebe, aber heute würde ich sagen: Ja.Sehen ehrgeizige Menschen Kritik eigentlich eher als Bedrohung an?Es hat mit dem Ehrgeiz einzelner Menschen nichts zu tun, wie sie auf Kritik reagieren. Manche sind extrem sensibel, andere nehmen sie hin. Obama selbst ist sehr ehrgeizig, doch Kritik ließ ihn immer weitgehend unberührt. Wenn Leute miese Dinge zu uns sagen, haben wir normalerweise keinen guten Tag. Doch Obama lächelte in diesen Situationen und stand weiterhin für seine Sache ein. Kennen Sie sich mit Basketball aus?Nicht besonders. Warum?Weil mich Obama sehr an John Wooden erinnert, einen der erfolgreichsten Basketball-Coachs aller Zeiten. Er lebt übrigens noch, er muss bald hundert sein. Wooden hatte eine sehr einfache Philosophie: Man konzentriert sich besser auf Dinge, die man erledigen kann, und kümmert sich nicht um das, was andere sagen. Wooden hat sich nicht einmal Spiele anderer Teams angesehen. Er hat sich einfach darum gekümmert, dass sein Team das beste wurde. Er hat unglaublich effizient gearbeitet, weil er jeden Spieler dazu gebracht hat, auf seinem Posten zu bleiben, sich auf diesen Posten zu konzentrieren und dort das Beste zu geben. Es sollte den einzelnen Spieler nicht interessieren, wie viele Punkte die Mannschaft bekam. Wooden schuf eine Atmosphäre, in der Menschen, zwischen denen es eine starke Konkurrenz gab und die alle sehr ehrgeizig waren, sich in einem Team finden konnten. Die Art, wie Obama sein Team zusammenbaut, erinnert mich daran. Er sucht sich die Besten, die er finden kann, und er wird hoffentlich ein Klima schaffen, in dem sich jeder auf seine Fähigkeiten verlässt und nicht seine persönlichen Ziele im Auge hat.Ist es wichtig für den Erfolg einer Gruppe, dass die Einzelnen untereinander ein gutes Verhältnis haben?Sie müssen keine Freunde sein, aber wenn sie miteinander arbeiten, müssen sie ihre jeweiligen Macken und Vorbehalte beiseite lassen. Sie müssen sich fokussieren können. Obamas Kampagnenteam hatte diesen Fokus. Es war ein Team, in dem jeder seine Rolle so effizient wie möglich ausgefüllt hat. Seine Mitarbeiter haben sich sehr konzentriert, aber sie haben sich nie festgebissen an Dingen. Sie sind schnell zu einem Punkt gekommen und haben dann wieder losgelassen.Obama hat viele Angehörige von Minoritäten in seine Mannschaft geholt. Hat das damit zu tun, dass er selbst einer Minderheit angehört, oder will er einfach Vielfalt?Es gibt kein erfolgreiches Unternehmen, keine erfolgreiche Institution, in der nicht eine gewisse Vielfalt vorhanden ist. Vielfalt ist unerlässlich für Exzellenz.Weil man nur dann unterschiedliche Sichtweisen auf eine Sache hat?Genau. Sie brauchen verschiedene Perspektiven, um ein Problem wirklich zu verstehen. Das ist genau so wichtig wie über das beste Wissen und Können zu verfügen.Es gibt so unglaubliche Erwartungen an Obama und sein Team. Setzt ihn das unter zusätzlichen Druck?Sicherlich sind die realen Bedürfnisse sowohl in den Vereinigten Staaten, als auch im Rest der Welt gerade sehr groß. Und diese Bedürfnisse können dazu führen, sehr sehr viel von ihm zu erwarten. Und natürlich muss er Erfolge vorweisen. Aber hinsichtlich des Drucks muss man relativieren. Die Bush-Regierung hat so wenig geleistet, dass Obama nur einiges richtig anpacken muss, um schon einen besseren Job gemacht zu haben.Sie meinen, die Fußstapfen, in die er tritt, sind nicht allzu groß?Sagen wir's mal so: Er folgt einer Katastrophe, die sich Präsidentschaft nannte. Sie können es also von zwei Seiten sehen: Es gibt Druck von einigen Leuten, die perfekte Führung erwarten. Aber auf der anderen Seite hat Obama sehr viel Raum, Dinge besser zu machen, als sie in der Vergangenheit gemacht worden sind. Und bei seinem Pragmatismus bin ich da optimistisch.Gibt es etwas, das er und sein Team besonders beachten müssen?Er und seine Leute müssen den Berg von Aufgaben so flach klopfen, wie sie nur können. Das ist die einzige Möglichkeit, unter diesen Umständen die Motivation zu erhalten. Obama darf sich keine Gedanken machen, wie das ganze Problem für immer und ewig gelöst werden könnte. Wenn er sich ein zu hohes Ziel setzt, wird er nie zufrieden sein, weil er es nie erreichen wird. Wenn er sich dagegen vernünftige Ziele von Tag zu Tag setzt, kann er seine Aufmerksamkeit darauf konzentrieren.Ich habe den Eindruck, dass Obama am besten wird, wenn er unter Druck steht.Ja, das ist ein sehr bekannter sozialpsychologischer Effekt. Wenn Menschen wirklich gut in etwas sind und wissen, wie sie es am besten können, werden sie noch besser, wenn Leute um sie herum sind und Druck entsteht. Wenn man dagegen nicht so gut ist, kann zusätzlicher Druck dazu führen, dass man schlechtere Leistungen bringt als normalerweise. Obama zum Beispiel hat sich sehr intensiv mit der Rassenfrage beschäftigt. Das sehen sie, wenn sie seine Bücher lesen. Darin war er gut. Und als die Äußerungen seines Pastors, Reverend Wright, öffentlich wurden, wollte er unbedingt etwas sagen, was er wahrscheinlich schon lange zu sagen hatte. Seine ganze Mannschaft, vor allem David Axelrod, rieten ihm davon ab. Obama setzte sich in diesem Punkt über die Meinung seiner Mannschaft weg. Er wollte den Amerikanern etwas über Rasse sagen, das in seinem Kopf gereift war. Unter dem großen Druck, der aufgebaut war, wurde es eine seiner besten Reden.Kann er mit einer solchen Fähigkeit auch sein Team inspirieren?Nicht nur sein Team, sondern das ganze Land. Er hat den Amerikanern in seiner Rede die Komplexität der Rassenfrage gezeigt. Er hat sich nicht versteckt, und auch nicht die vielfältigen Probleme, die mit der Rassenfrage verbunden sind. Er hat mit uns wie mit Erwachsenen geredet. Amerika braucht wieder jemanden, der das tut.------------------------------Zur PersonClaude Mason Steele ist Professor für Psychologie an der Stanford Universität in Kalifornien.Der 63-Jährige beschäftigt sich hauptsächlich mit Fragen der Substanzabhängigkeit und des Selbstbildes von Menschen.Berühmt wurde er mit seiner Forschung zur "negativen Stereotyp-Bedrohung". Darin wies er nach, dass allein das Bewusstsein eines Menschen, seine Umwelt belege ihn mit bestimmten negativen Stereotypen, zu einem veränderten und gestörten Verhalten bei ihm führen kann, das oft gerade diese Stereotypen bestätigt.------------------------------Foto: Claude Mason Steele Foto: Barack Obama und Hillary Clinton im Oktober 2008 in Orlando, Florida.