Erzürnt liest sich der Eintrag des Grünen-Abgeordneten Volker Beck auf seiner Facebook-Seite: Ein „ekelhaft rassistisches Schreiben mit beiliegendem Kondom“ habe er per Post bekommen. Auf der Verpackung des Kondoms ist zu lesen: „Für Ausländer und ausgewählte Deutsche.“ Absender sind die Jungen Nationaldemokraten (JN), die Jugendorganisation der rechtsextremen NPD. Die JN versendeten diese diskriminierende und rassistische Botschaft bundesweit an Abgeordnete und Organisationen, die Migranten und deren Belange unterstützen. Die Botschaft: Nur NPD-genehme Menschen sollen Kinder bekommen.

Völlig unverständlich sei es für Beck gewesen, warum der Kondomhersteller R&S diesen Auftrag überhaupt annehmen konnte. Deshalb schrieb er an die Münchner Firma und verlangte, die Einnahmen zumindest zu spenden. In einer Stellungnahme der Kondomfirma kündigte Geschäftsführer Axel Roth am Donnerstag an, das Zustandekommen des Auftrages überprüfen zu wollen. Zudem sei man bei R&S betroffen über den „Mangel an Aufmerksamkeit in diesem Fall“.

Der Münchener Kondomhersteller bedaure „diesen groben Fehler“ und entschuldige sich „aufrichtig bei den darüber diffamierten Menschen“. Diesen Worten sollen bald Taten folgen: Die Einnahmen des Auftrages will die Firma einer Organisation überlassen, die sich mit ihrer Arbeit gegen Rechtsextremismus einsetzt. Ebenfalls sollen 10.000 Kondome an eine wohltätige Einrichtung gespendet werden.