München - Die Bundesanwaltschaft wirft Beate Zschäpe vor, dem terroristischen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) „den Anschein von Normalität und Legalität“ gegeben zu haben, während Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos arbeitsteilig die Morde und Raubüberfälle begangen hätten. Deshalb ist Zschäpe als Mittäterin und nicht nur wegen Beihilfe angeklagt.

Richtig daran ist, die Zeugenvernehmungen dieser Woche belegen es, dass Zschäpe eine chamäleonhafte Fähigkeit hat, sich auf die Lebenswelt völlig unterschiedlicher Menschen einzustellen, jeweils passende Legenden zu erfinden. Beispielsweise, um die Abwesenheit der beiden Männer des NSU-Trios und die Anwesenheit immer neuer Campmobile vor der Wohnung in Zwickau zu erklären, jener Autos, die dann bei den Taten benutzt worden sind. Vernommen wird diesmal ein älterer Hausmeister, der die „Diddl-Maus“ Zschäpe nett fand. Sie bewegte sich in den 90er-Jahren in der Welt der Wende-Verlierer, wo eine feste Arbeit selten, der Alkohol aber ein guter Freund war. Ihr wurde geglaubt, keiner fragte nach.

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