Veronika von A. war sich sicher: Sie habe Beate Zschäpe Ende März 2006, kurz vor den Morden Nummer 8 und 9 des NSU, mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt auf dem Nachbargrundstück ihres Hauses in Dortmund gesehen. Sie erkenne Zschäpe eindeutig wieder, sagte die Zeugin am Montag im Münchner NSU-Prozess.

So richtig überzeugt hat sie mit ihrer Aussage aber weder das Gericht noch die Anklagevertreter – zu detailliert und ausgeschmückt schien ihre Erinnerung an eine Situation, die schon siebeneinhalb Jahre zurückliegt.

Doch die Aussage der 63-Jährigen ist auch aus einem anderen Grund fragwürdig – sie widerspricht nämlich in einem wesentlichen Detail den Ermittlungen der Bundesanwaltschaft. Die Zeugin hatte nämlich auch angegeben, dass während des angeblichen Aufenthaltes des NSU-Trios ein „sehr großes, sehr hohes weißes Wohnmobil“ mit sächsischem Kennzeichen auf der Straße gestanden habe. Das scheint zunächst ins Bild zu passen, denn Mundlos und Böhnhardt waren oft mit Wohnmobilen unterwegs.

Allerdings haben die Beiden nach den Ermittlungen der Fahnder in den Tagen vor dem 31. März 2006 kein Wohnmobil ausgeliehen. Aus den Akten des Verfahrens geht hervor, dass die beiden vom 27. bis 30. März 2006 bei einer Autovermietung in Zwickau einen VW Passat gemietet und das Fahrzeug auch pünktlich wieder zurückgegeben hatten.

Erst vier Tage später, am 3. April 2006, mieteten sie in Chemnitz ein Wohnmobil an und gaben es am 7. April wieder zurück. Mit diesem Wohnmobil sollen die beiden nach Ansicht der Bundesanwaltschaft nach Westdeutschland gefahren sein, wo sie am 4. April Mehmet Kubasik in Dortmund, zwei Tage später Halit Yozgat in Kassel ermordeten.

Fazit: Wenn die Zeugin am 31. März 2006 tatsächlich ein Wohnmobil vor ihrem Haus gesehen hat, dann gehörte es kaum zum NSU-Trio. Damit aber stellt sich die Frage, wer sich dann auf ihrem Nachbargrundstück herumgetrieben hat.