München - Manchmal scheint es, als fänden zwei Prozesse gleichzeitig statt im Saal A 101 des Münchner Strafjustizzentrums: In dem einem Prozess geht es um Indizien, Protokolle, Gutachten - um ein kleinteiliges Mosaik, aus dem irgendwann ein Bild des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) werden soll. In dem anderen Prozess geht es um Schmerz, Trauer, Schuld, Sühne - vielleicht auch um Verarbeitung und Wiedergutmachung. Der erste Prozess soll zu einem Urteil führen, das der Prüfung durch den Bundesgerichtshof standhält. Der zweite Prozess könnte den Angehörigen helfen, etwas Frieden zu finden.

Am Dienstag trat Ismail Yozgat als Zeuge vor das Oberlandesgericht - doch das, was er sagte, war weit mehr als die Schilderung von Tatsachen: Yozgat legte Zeugnis ab für seinen Sohn, für Halit, den die Terroristen im Alter von 21 Jahren ermordeten, am 6. April 2006 in seinem Internetcafé in Kassel.

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