München - Ismail Yozgat springt im Verhandlungssaal des Münchner Oberlandesgerichts von seinem Zeugenstuhl auf und wirft seine Arme nach oben: „Er hat keine Antwort gegeben!“, ruft er immer wieder. Er dreht sich und schaut zu den anderen Nebenklägern und den Zuschauern: „Er hat keine Antwort gegeben!“ Zunächst vergeblich versucht der Vorsitzende Richter Manfred Götzl, den Vater des neunten Mordopfers des rechtsterroristischen NSU zu beruhigen.

Soeben hat der Zeuge berichtet, wie er am 6. April 2006 kurz nach 17 Uhr seinen Sohn Halit Yozgat in dessen Internetcafe am Boden liegend gefunden hat. Der Vater hatte sich um wenige Minuten verspätet, der Sohn wollte zur Abendschule. Das erste, was Yozgat beim Betreten des Kasseler Internetcafes auffiel, waren zwei rote Flecken auf der Theke. Er dachte zunächst an Farbe. Dann sah er hinter dem Verkaufstresen seinen Sohn am Boden liegen. Umgeben von viel Blut.

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