BERLIN. Der Energiekonzern RWE hat gestern dem Senat offiziell angeboten, seinen Anteil an den teilprivatisierten Berliner Wasserbetrieben für mehr als 800 Millionen Euro wieder zu verkaufen. Das sagte Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) der Berliner Zeitung. "Wir werden das Angebot jetzt prüfen", sagte er. Zugleich machte Nußbaum deutlich, dass er die Forderung für zu hoch hält. Das Ziel des Senats, die Wasserpreise für die Endverbraucher zu senken, wäre so kaum erreichbar.Welche Summe das Land bereit wäre zu zahlen, wollte der Finanzsenator nicht sagen. "Es könnte teuer werden, wenn ich meine Strategie verriete", sagte er, "wir werden sehr ernsthaft verhandeln". Eine Prognose, ob der Rückkauf zustande kommt, wollte Nußbaum nicht abgeben. Er könne dem Unternehmen nur empfehlen, sich mit dem Senat zu verständigen. Die Berliner Bevölkerung sei zu Recht unzufrieden mit den bestehenden Wasserverträgen.Der Rückkauf der RWE-Anteile habe für ihn Priorität. Andere Ausgabenwünsche von SPD und Linken müssten nun zurückstehen. Wer meine, man könne auf eine Einkaufstour gehen, dem antworte er: "Das gibt der Haushalt nicht her." Nußbaum bezog sich damit auf Forderungen aus der rot-roten Koalition und auch von den Grünen, wonach das Land ein Stadtwerk gründen oder eigene S-Bahn-Züge anschaffen soll.Berlin Seite 15