Viel wurde in letzter Zeit über Nebenwirkungen von Corona-Impfungen berichtet, die zweifellos konsequent erfasst und ausgewertet werden müssen. Was wir dabei aber schon fast vergessen haben: Die Impfungen waren wirklich der lang ersehnte Gamechanger in der Pandemie, weil sie weltweit Millionen Menschen vor schweren Covid-Verläufen und dem Tod schützten, vor allem ältere und vorbelastete.

Es war falsch von den Politikern, den Eindruck zu erzeugen, dass die Impfungen die Virus-Verbreitung radikal bremsen würden. Man kann im Grunde dankbar sein, dass auch Geimpfte das Virus in seiner weniger gefährlichen, aber hoch ansteckenden Omikron-Variante verbreiten. Denn jeder wird Kontakt mit dem Virus haben. Wichtig ist und bleibt: Impfungen schützen recht gut vor schweren Verläufen.

Corona-Impfung mit Nasenspray soll gegen alle Varianten schützen

Deshalb ist es zu begrüßen, dass Berliner Wissenschaftler jetzt einen neuartigen Corona-Impfstoff entwickeln. Er wird sicher nicht übermorgen auf dem Markt sein, sondern ist eher ein Versprechen für die Zukunft. Denn er soll gegen alle noch kommenden Sars-CoV-2-Varianten wirken. Und vor allem: Er soll als Nasenspray verabreicht werden, ist also auch etwas für Leute, die Angst vor Spritzen haben. Und er könnte eine Lösung für andere Teile der Welt sein, weil er auch bei wechselnden Temperaturen stabil bleibt.

Wichtig ist, dass man bei Impfungen immer sachlich abwägt: Wie verhalten sich Nutzen und Risiko? Dieses Verhältnis sieht mitten in einer Pandemie sicher anders aus, als in jährlichen Erkrankungswellen eines „endemischen Virus“, mit dem die meisten schon Kontakt hatten. Im Grunde ist es ähnlich wie bei der Grippe. Sie kehrt jährlich wieder, in wechselnden Varianten. Mal stärker, mal schwächer. Und jeder muss sich selbst entscheiden, ob er zu der Gruppe gehört, die sich besser mit einer Impfung schützen lassen sollte.