Hilft die Legalisierung des Kiffens, um Kinder und Jugendliche zu schützen?

Cannabis-Konsum soll kontrolliert legalisiert werden. Der Joint für alle bringt Gefahren.

Eine Teilnhmerin einer Hanfparade. Geht es nach Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist Kiffen bald legal.
Eine Teilnhmerin einer Hanfparade. Geht es nach Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist Kiffen bald legal.imago/Stefan Boness

Egal ob legal oder illegal: Gekifft wird seit Jahren in Deutschland. Für Jugendliche und Erwachsene ist es die beliebteste illegale Droge. Ungeachtet dessen, dass die gesundheitlichen Folgen vor allem für Unter-21-Jährige verheerend sein können. Ärzte warnen zu Recht vor Psychosen. 

Nun sollen Menschen bald ganz legal einen Joint rauchen können. So jedenfalls plant dies Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Er beruft sich auf den Kinder- und Jugendschutz und darauf, die Szene zu entkriminalisieren. Deutschland wäre damit nicht das einzige Land. In den Niederlanden ist das seit Jahrzehnten möglich, dort ist allerdings auch ein regelrechter Drogen-Tourismus entstanden. 

In Deutschland soll Marihuana demnächst in Geschäften und eventuell Apotheken, die eine Lizenz zum Marihuana-Verkauf haben, erhältlich sein. Allerdings dürfen diese Shops nicht in der Nähe von Schulen sein, und die Qualität soll kontrolliert werden. Bis zu 30 Gramm sollen für Menschen ab 18 Jahren straffrei bleiben. 

Das klingt erst einmal vernünftig. Gerade in Berlin wissen die Menschen, welche Blüten der illegale Drogenhandel treiben kann. Doch ob diese Eckpunkte zur Cannabis-Legalisierung in Deutschland, die Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Mittwoch vorstellte, das schlagartig ändern, kann bezweifelt werden. Und noch ist unklar, ob die Nachbarstaaten mitziehen, wie es sich Lauterbach vorstellt. In der EU-Kommission muss noch geklärt werden, ob die Stoßrichtung mit EU-Recht vereinbar ist. Erst dann kann es hier ein Gesetz geben.

Vergessen werden sollte auch nicht, was das Kiffen anrichten kann. Wenn Shit sich zu einem Konsumprodukt etabliert, wird es noch mehr verharmlost werden. Immerhin ist Cannabis für viele eine Einstiegsdroge, vor allem für Kinder und Jugendliche. Vernebelte Traumwelten machen mitunter Lust auf härtere Drogen. Daher braucht es noch mehr Aufklärung und Jugendarbeit.