Rafa, wie seine Fans den spanischen Tennishelden Rafael Nadal nennen, entspricht nicht gerade dem Ideal ewiger Jugend. Auf dem rutschig-roten Sand des Pariser Center Courts Roland Garros vermochte er diesmal nur dank schmerzstillender Spritzen standhaft zu bleiben. Zur Pointe des triumphalen Erfolges des 36-Jährigen gehörte es, dass ausgerechnet der deutlich jüngere Kollege Alexander Zverev verletzungsbedingt im Halbfinale hatte aufgeben müssen.

Die Zuschauer wohnten also nicht nur einem sportlichen Ereignis bei, sondern konnten – durchaus passend zur Mythologie des Pfingstfestes – einen körperlichen Behauptungskampf als symbolisches Drama erleben. Innerhalb des christlichen Kalenders wird an Pfingsten die bleibende Gegenwart Jesu in der Kirche gefeiert.

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Queen Elizabeth II. winkt ihrem Volk.

Um Bleibendes ging es auch bei zwei anderen gesellschaftlichen Großereignissen, die das Erleben außenstehender Beobachter in ein Verhältnis zum Vergänglichen setzten. Das 70-jährige Thronjubiläum der britischen Königin wurde denn auch weithin nicht allein als bedeutendes Datum der europäischen Monarchie aufgefasst. Vielmehr schien deutlich zu werden, dass Elizabeth II. eine kulturelle Regentin ist, deren Herrschaft auf anderen Merkmalen als Macht und Einfluss beruht.

Der musikalische Gruß dazu kam aus München, wo die Rolling Stones ihren Anspruch auf ewige Gegenwart mit den Akkorden zu ihrem Stück „Street Fighting Man“ eröffneten. Obwohl der Schlagzeuger Charlie Watts unlängst verstarb, stehen die Stones noch immer für Aufbruch, Rebellion und beinahe unerbittliche Alterslosigkeit.

Die gesellschaftliche Aufmerksamkeit jedenfalls, die Nadal, die Stones und die Queen an diesem Wochenende auf sich zu ziehen vermochten, deutet auf ein starkes Bedürfnis nach sozialer Repräsentanz, die sich gegen abrupten Wandel und bedeutungslosen Abgang stemmt.