Am 26. August 1921 wurde Matthias Erzberger ermordet, einer der wichtigsten Gründungsväter der Weimarer Republik. Seine Unterschrift beendete einst den Ersten Weltkrieg. Mehrere Anschläge in Berlin gegen Erzberger seit 1920 scheiterten. Er war nicht im Zimmer, als die Granate explodierte. Dann streiften die Kugeln nur seine Schulter. Er zog sich aufs Land zurück, doch vergeblich: im Schwarzwald bei einer Wanderung war ein Attentat durch Schüsse aus der Nähe schließlich tödlich.

Erzberger sah sich als Volksanwalt und Armenanwalt – und suchte beharrlich seinen Weg ins Zentrum der Macht. 1875 auf der schwäbischen Alb geboren und streng katholisch aufgewachsen, wurde Erzberger um die Jahrhundertwende Arbeitersekretär in Stuttgart für den linken Flügel der katholischen Zentrumspartei. Mit 28 Jahren schaffte er es 1903 in den Reichstag. Hier wurde er Mitglied des einflussreichen Budget-Gremiums und brachte bald eine Regierung zu Fall. Wie das? Der brave, kleine Katholik?

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