Gestern noch überschwemmte das Meer mit donnernder Brandung den ganzen Strand. Heute, am letzten Ferientag, ist es glatt, nur sacht schwappt es um die Füße des Jungen. Schwül ist es, nicht der leiseste Windhauch zu spüren, und der Horizont sieht irgendwie anders aus. Etwas Weißes schwebt weit hinten über dem Wasser, keine Wolke. Møn, sagt ein Mann mit roter Badehose, der an dem Jungen vorbei ins Wasser geht, die dänische Insel, kommst du in deinem Leben bestimmt mal hin.

Jetzt stehen viele Leute da, blicken aufs Meer hinaus, manche mit Ferngläsern, auch der Vater hat seins dabei, lässt den Sohn durchsehen. Kreidefelsen, wie hier auf Hiddensee, sagt er, Steilküste Møns Klint. – Sieht zum Greifen nah aus, täuscht aber, sagt eine Frau, mehr als 50 Kilometer, sollte man nicht versuchen, rüberzuschwimmen. – Da würden Sie wohl sowieso nicht weit kommen, sagt der Vater. Seinem Sohn erklärt er, wie eine Fata Morgana entsteht. Ein Urlauber borgt sich den Feldstecher aus. – Gegen Angucken kann der Staat nischt machen, sagt er und lacht. Der Vater nickt; Sie sind wohl auch aus Sachsen?

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