„Nieder mit dem Abtreibungs-Paragraphen“, dröhnt es durch die Berliner Straßen. Was man nicht nur aufgrund der aktuellen Situation in Polen für eine Szene des Jahres 2020 halten könnte. Auch in Deutschland ist das Recht auf Selbstbestimmung der Frau noch immer umstritten. Zuletzt wurde die deutsche Ärztin Kristina Hänel Ende 2019 wegen der Werbung für den Abbruch von Schwangerschaften vor dem Amtsgericht Gießen zu einer Geldstrafe in Höhe von 25 Tagessätzen verurteilt.

Das Urteil wurde gefällt, obwohl es Anfang des Jahres eine Reform des § 218a StGB gab, die den Ärzt*innen eigentlich eine Rechtssicherheit geben sollte. Doch stattdessen erlaubt die Reform diesen weiterhin so gut wie nichts: Sie dürfen nun zwar auf ihren Webseiten schreiben, dass sie Abtreibungen durchführen – jeder zusätzliche Satz, der zum Beispiel erklärt, welche Methoden sie verwenden, bleibt aber strafbar. Frauen wird weiterhin die Möglichkeit genommen, sich sachlich über ihre Möglichkeiten informieren zu können.

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