Die Entlassung des Chefs der türkischen Zentralbank Naci Ağbal durch Erdogan in der Nacht vom Freitag wurde erst mit der Schließung des amerikanischen Börsenhandels verkündet. Da stand der Wechselkurs der Lira gegenüber dem Dollar noch bei 7,22. Kurz zuvor hatte sie noch an Wert zugelegt, nachdem Ağbal am letzten Donnerstag den Leitzins von 17 auf 19 Prozent angehoben hatte.

Unter der Regie des Schwiegersohns des Präsidenten und inzwischen „entschuldigten“ Finanzministers Berat Albayrak erreichte die Lira ihren bisherigen Tiefpunkt am 6. November 2020 mit 8,52. Trotz größter Anstrengungen, die dem Schützling von Erdogan vom Gesicht abzulesen waren, wenn er öffentlich auftrat, gelang es ihm nicht, den Verfall der Lira aufzuhalten. Das ließ ihn schließlich sogar offen resignieren. Gegenüber dem Wirtschaftskorrespondenten Hakan Güldağ soll er angegeben haben, „dass ihm der Wechselkurs von nun an nicht mehr wichtig“ sei, er schaue da gar nicht mehr drauf.

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