Während einer Forschungsexpedition in West-Afrika im Jahr 1907 notierte der Ethnologe Leo Frobenius: „Zur Abwechslung kommen verschiedene Häuptlinge zu Besuch. Ich hole meinen Phonographen heraus. Erst wurden den Eingeborenen Lieder vorgeführt, dann mussten die Leute singen. Langsam, ganz leise und schüchtern hub der eine und der andere an. Doch die böse fremdartige sprechende Maschine war unheimlich.“

Das Zitat stammt aus einem Reisebericht des Ethnologen („Im Schatten des Kongostaates“, Berlin 1907), das während der XII. Deutschen Inner-Afrikanischen Forschungsexpedition entstand. Frobenius war einer von vielen Forschungsreisenden, die Anfang des 20. Jahrhunderts Musik in den deutschen Kolonien aufnahmen und sie dem Berliner Phonogramm-Archiv zur Verfügung stellten, wie der deutsche Musikethnologe Florian Carl 2004 in seinem Buch „Was bedeutet uns Afrika?“ skizziert.

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