Die mir meistgestellte Frage von Fremden lautet: „Woher kommst du?“ Zugegebenermaßen höre ich diese Frage vor allem im Ausland auf Englisch als „Where are you from?“ Aber in Deutschland vergewissern sich meine Gesprächspartner ebenfalls meiner Herkunft. Wenn ich auf entsprechende Fragen antworte, „Ich bin Berliner“, dann wird nicht selten nachgehakt, ob aus Ost oder West.

Kürzlich unterhielt ich mich mit einer Markthändlerin über steigende Preise, die sie seit der Einführung des Euro in ihrem Steglitzer Supermarkt bemerke. Um ihr meine Erfahrung mit der Lebensmittel-Teuerung zur Währungsunion 1990 verständlich zu machen, erwähnte ich ungefragt, dass ich in Ost-Berlin gelebt habe. Weder mir wäre es in den Sinn gekommen, dass sie als „Wessi“ mit ihrem Marktstand nicht nach Berlin-Mitte gehöre noch, dass ich als „Ossi“ nicht mitreden könne. Beide waren wir Berliner, aber dennoch konnten wir durch unsere Lebensgeschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf dasselbe Thema schauen.

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