Moskau - Nikolai Platoschkin, ein ehemaliger Attaché der russischen Botschaft in Berlin und 2020 Gründer der Bewegung „Für einen neuen Sozialismus“ befindet sich seit Juni vergangenen Jahres in seiner Moskauer Wohnung im Hausarrest. Nur wegen einer Lungenerkrankung durfte er kurz ein Krankenhaus aufsuchen.

Gegen den 55-Jährigen wird seit Juni 2020 wegen „Aufruf zu Massenunruhen“ und „Verbreitung falscher Tatsachen“ ermittelt. Nach elf Monaten Ermittlungen fand am 29. April 2021 die erste Gerichtsverhandlung statt. Gegen Ende der Verhandlung mussten zwei Krankenwagen gerufen werden, weil der Angeklagte einen Schwächeanfall hatte und der Verteidiger, ein Diabetiker, bewusstlos zusammengebrochen war. Die Richterin hat von morgens 10 Uhr bis abends 21 Uhr ohne Mittagspause durchverhandeln lassen. Offenbar war sie mit dem Verfahren sehr in Eile.

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