Vor mehr als 70 Jahren trat das Grundgesetz in Kraft und gilt seit 1990 für alle Menschen in Deutschland. Es wurde für viele andere Länder zum Vorbild, gerade weil es die Grundrechte an prominente Stelle rückte. Grundrechte sind dabei aber keine absoluten Grundsätze, deren Bedeutung für immer in Stein gemeißelt ist. Sie können sich verändern, an die gesellschaftliche Stimmung und an die Lage der Republik anpassen.

Das zeigt beispielhaft die Zeit der Pandemie. Seit gut einem Jahr sind viele Grundrechte eingeschränkt. Das ist legitim. Wenn sie aber eingeschränkt werden, muss dies verhältnismäßig geschehen. Verhältnismäßigkeit – ein Wort, das vor der Pandemie wohl selten im alltäglichen Sprachgebrauch auftauchte. Beispiel Religionsfreiheit: Der Besuch von Gottesdiensten wurde nicht generell verboten. Das wäre unverhältnismäßig, denn es gibt mildere Mittel, beispielsweise das Masken- und Abstandsgebot.

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