In dem Artikel „Nationalismus in den Farben der DDR“ schilderte der Autor Marc-Thomas Bock in der Berliner Zeitung vom 23. März seine Wahrnehmungen bestimmter Episoden der DDR-Geschichte. Da ich überzeugt bin, dass ein korrektes DDR-Bild letztlich die Summe der Lebenserfahrungen von Millionen Bürgern widerspiegeln muss, die hier zu Hause waren, hüte ich mich, seine legitimen subjektiven Beobachtungen in Gänze zu beurteilen.

In einem Punkt jedoch widerspreche ich grundsätzlich. Ich tue dies nicht nur, weil ich dem Politbüro angehörte, sondern auch, weil ich der Einzige in der politischen Führung der DDR mit einer reinen DDR-Biografie bin. Ich war noch zu jung, um den Nazis hinterherlaufen zu können oder im Widerstand gegen sie gestanden zu haben oder gleich nach Kriegsende Kommunist oder Sozialdemokrat geworden zu sein, aber 1945 schon alt genug, um das Elend zu begreifen, das Krieg und Faschismus über uns gebracht hatten. Am Anfang meines politischen Weges stand der Ruf von Buchenwald: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus. Und weil ich den zunächst in Ostdeutschland und später in der DDR als Grundlage der Politik verinnerlicht hatte, engagierte ich mich von Anfang an und bis heute für die DDR als den antifaschistischen deutschen Staat.

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