Als Lehrer hat der Bezirksverordnete Nedim Bayat (parteilos) insbesondere unter Jugendlichen beobachtet, dass viele Falschinformationen über die Religionen kursieren. Die sozialen Medien trügen maßgeblich zu deren Verbreitung bei. Aber auch viele Erwachsene würden solche Falschinformationen viel zu leichtfertig übernehmen und sie sich als Meinung zu eigen machen. Dem möchte Nedim Bayat mit einem Pfad der Religionen begegnen.

Bayat stellt sich mehrere Stationen vor, die aufklärerisch über die Religionen unterrichten. Die Ausstellung soll auf verschiedenen Tafeln präsentiert werden, die im Abstand von einigen Metern fußläufig gut zu erreichen sind. Dabei soll dieselbe Ausstellung gleichzeitig in mehreren Kiezen von Berlin Mitte aufgebaut werden. „Es ist wichtig“, sagt er „dass möglichst alle Menschen die Möglichkeit haben, dem Pfad im Alltag zu begegnen.“

Friedliche Koexistenz von Christentum, Islam und Judentum

Auf die Frage, welche Religionen und Weltanschauungsgemeinschaften denn überhaupt im öffentlichen Raum sichtbar gemacht werden sollen, zeigt sich Bayat betont offen. Obwohl er keine Bewertung der einzelnen Glaubensrichtungen vornehmen will, ist es ihm doch ein Anliegen, die friedliche Koexistenz von Religionsgemeinschaften in der Ausstellung hervorzuheben. Dass es ihm dabei um das Auskommen von Christentum, Islam und Judentum geht, liegt nahe. Auf die Frage, ob es denn nicht besser sei, das allseitige Bekenntnis zu einem säkularen Staat als Grundlage für eine friedliche Koexistenz der Religionen hervorzuheben, verweist Bayat darauf, dass dies ein anderes Thema sei.

Bayat stellt klar: Die inhaltliche Ausarbeitung des Pfads der Religionen soll keinesfalls von Religionsvertretern, sondern von Wissenschaftlern vorgenommen werden. Bayat betont immer wieder, dass es ihm einzig darum geht, neutrale Informationen vermitteln zu wollen.

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