Vor kaum mehr als einem Jahr begann die neue, ganz andere Zeit. Eine Zwischenzeit. Die Stadt blieb über Nacht menschenleer – den ganzen Tag lang. Das Wissen über das neue Virus war klein und Vorsicht das Wichtigste. Berlin war zu einem Science-Fiction-Dorf geworden. Leere Straßen, leere Busse und Bahnen, eine Nachneutronenbombenszenerie. Angst lähmte eine Zeit lang unsere Gesellschaft. Mich auch. 

Am Pfingstsonntag war ich seit langem wieder mal mit der Rikscha unterwegs. Auf dem Weg von der Garage fielen mir vor der Pizzeria Ecke Paulstraße Menschengruppen auf. Eine Gruppe junger Leute saß vor dem Motel One auf dem Gehweg, die anderen standen gegenüber für Pizza an. Aber das waren nicht die herbeigesehnten Touristen, sondern Teilnehmer der Demonstration von Eltern der Anne-Frank-Schule, die für mehr Rücksicht und Sicherheit ihrer Kinder im Straßenverkehr ihren Feiertag opferten. Also weiter zum Schloss und dann durch den Tiergarten zum Tor. Die Stadt wimmelte nur so vor Polizei. Am Bremer Weg entlang des Tiergartens standen an den jeweiligen Eingängen Doppelposten der Polizei und auf der Straße des 17. Juni etliche Polizeiwagen. Das Wort „Ausnahmezustand“ kam mir in den Sinn.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.