Meist saß er auf den Treppenstufen seines Schöneberger Ladens, ein Mann in weiter, oft weißer Kleidung und mit einem voluminösen Bart, der die Hälfte seines Gesichtes verbarg. Neben sich hatte er ein verziertes Teeglas, an der offenen Ladentür schwang vielleicht ein türkisfarbenes ärmelloses Frotteekleid mit Pop-Art-Blumenmuster. Oleg Ilyapour, der Besitzer des Stoffladen Fichu, hatte Zeit, er strahlte Gelassenheit aus. Sah man ihn sitzen, war es, als wehte ein warmer Wüstenwind durch die Akazienstraße.

Wobei das Wort „Stoffladen“ nicht fasst, was Oleg Ilyapour im Angebot hatte. Es waren gewebte Antiquitäten und passende Accessoires. In der schmalen Fensterauslage ruhten auf champagnerfarbenem Brokatstoff auch Art-déco-Broschen, Knöpfe mit geometrischen Mustern, Mystikum-Puder „Naturell“ oder glitzernde Ohrringe, die Marilyn Monroe hätten schmücken können.

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