Berlin - Sero ist eine Abkürzung und steht für das VEB Kombinat Sekundär-Rohstofferfassung. Zu DDR-Zeiten war dies jedem Bürger der DDR geläufig. Weil Rohstoffe in der DDR knapp und teuer waren, entwickelte man schon früh ein System, das diese Stoffe zur Wiederverwertung sammelte. Das ganze Land durchzog ein dichtes Netz von rund 17.000 Ankaufstellen, manchmal in alten Ladengeschäften, manchmal in Containern, in denen vornehmlich Glas, Altpapier, Schrott und später auch Plastik und Bio-Müll gesammelt wurden. Auf 1000 Einwohner kam rechnerisch ein Sero-Annahmestützpunkt.

1988 arbeiteten bei Sero 11.109 Personen, mit Vertragspartnern zusammen waren es 26.377. Wenn Plattenbausiedlungen entworfen wurden, wurde gleich auch eine Sero-Sammelstelle integriert. Für die Abgabe der Altwaren gab es Bargeld. „Guter Preis für Sammelfleiß“ warb auf Flyern das Maskottchen Emmy, ein kleiner rosa Elefant. 1989 wurden in der DDR rund 11.000 Tonnen Plastik für die Herstellung von Blumentöpfen und Bierkästen wiederverwertet, und rund 422.000 Tonnen Schrott für den Bau von Wohnungen und Autos wieder genutzt. Parallel zum Sero-System gab es noch ein Pfandsystem für Bierflaschen und Limonadeflaschen, das nichts mit dem Sero-System zu tun hatte.

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