Kurz vor Weihnachten hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg der Firma Tesla bis auf Weiteres untersagt, notwendige Rodungen im Randbereich zum Gleisanschluss des vorgesehenen Fabrikgeländes vorzunehmen. Diese Randbereiche seien der Lebensraum von dort überwinternden Zauneidechsen, die die Rodungsmaßnahmen voraussichtlich nicht überleben würden. Zwar habe Tesla alle sichtbaren Reptilien einsammeln und umsetzen lassen. Diese Maßnahme sei jedoch im Schwerpunkt zu einer Zeit durchgeführt worden, als sich zumindest die erwachsenen Männchen bereits in ihren Winterquartieren befunden haben dürften. Bei einer Rodung müsse man damit rechnen, dass sie dort getötet würden.

Dazu muss man wissen: Zauneidechsen graben sich für den Winter ein. Erwachsene Männchen verschwinden meist Anfang August, die Weibchen im September, Jungtiere ziehen sich im September oder Oktober zurück. Ab Anfang März erscheinen zunächst die Jungtiere und/oder die Männchen und einige Wochen später die Weibchen wieder an der Oberfläche. Die Zauneidechsen gehören zu den in der Europäischen Union besonders geschützten Arten. In der nationalen Roten Liste der Bundesrepublik Deutschland stehen sie auf der Vor-warnliste. Ihr Verbreitungsareal reicht gemäß Wikipedia von Zentralfrankreich über ganz Mittel- und Osteuropa sowie Südschweden, über das Baltikum, den Ladoga- und Onegasee bis zur Südspitze des Baikalsees im äußersten Osten. Zu ihren natürlichen Feinden gehören viele Vögel und Säugetiere, aber auch andere Reptilien. Die Eier werden unter anderem von Maulwurfsgrille und Laufkäfer gefressen.

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