BerlinAls ich im März davon sprach, dass ich als „Risikogruppen-Mitglied“ bereit sei, zu den prognostizierten 0,3 Prozent der Toten zu gehören, wenn dadurch 99,7 Prozent der Bevölkerung von den Folgen dieser Pandemie verschont blieben, stand ich in meinem Bekanntenkreis ziemlich alleine mit dieser Meinung da. Es herrschte allgemeine Einigkeit darüber, dass drastische Maßnahmen ergriffen werden müssten, um diese Pandemie einzudämmen und die Bevölkerung vor diesem Virus zu schützen. So wurden besonders alte Menschen in den Heimen über Monate isoliert, der Rest ergab sich in den Lockdown. Die Gesellschaft zerfiel in einzelne Grüppchen, mit oder ohne Internetanschluss. In Berlin wurde es totenstill.

Noch im April diskutierte ich mit dem Kollegen Heinz – eher ein Verschwörungstheoretiker – einsam vor dem Adlon über die Hintergründe dieser Situation. Wir waren uns trotz gegenteiliger Einschätzung der Lage einig, dass hinter den verordneten Maßnahmen mehr als nur Schutz vor dem Virus stecken könnte. In jedem Fall könnte erprobt werden, wie weit man in einem Katastrophenfall (Blackout, Cyberattacke, Klimaveränderung, Krieg, Aufstand) gehen könnte, ohne den Rückhalt der Bevölkerung zu verlieren. Tatsächlich hätte niemand im Traum daran gedacht, dass es gerade der fehlende Nachschub an Klopapier sein würde, den der Mensch hierzulande am meisten fürchtet.

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