Straßenszene im nordsyrischen Idlib Ende Juli 2020.
Foto:  Imago Images/Moawia Atrash

Berlin  Von Krieg, Zerstörung und Sanktionen gebeutelt, erinnert sich heute kaum mehr jemand daran, wie Syrien eigentlich einmal war oder im Herzen noch ist. Vor zwei Jahren war ich nach langer Zeit wieder zu Familienbesuchen dort und fuhr durch die ausnahmslos zerstörten Vororte in die Hauptstadt Damaskus ein, die mich zu meinem Erstaunen aber noch an eben diese alten Zeiten erinnerte. Das Leben blühte, zumindest scheinbar. Die Minarette der gut eintausend Moscheen leuchteten am Abend immer noch in Neongrün, und meine Lieblingsfalafel gibt es auch noch. 

Die meisten größeren Orte und Städte in Syrien sind noch wiederzuerkennen. Trotzdem denken viele Menschen in Deutschland, dass Syrien vollständig in Flammen steht. Nein, es gibt dort noch Menschen, die versuchen, ihr Leben weiter wie bisher zu führen, und die man keinesfalls aufgeben sollte. Ich könnte mich an dieser Stelle über die Informationspolitik der Medien zum Thema Syrien aufregen oder über die völkerrechtswidrige Einmischung diverser Staaten. Aber der Ärger wird inzwischen von dem Wunsch nach Besserung und der Sehnsucht nach früher übertönt.

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