Berlin/AmsterdamIn diesem Jahr feiert Deutschland den 100. Geburtstag von Joseph Beuys, einem der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Beuys galt als Heiler und Schamane Nachkriegsdeutschlands. Der in Amsterdam lebende jüdische Künstler Joseph Sassoon Semah wurde trotz seines intensiven künstlerischen Dialogs mit Beuys’ Werk nicht zu den Feierlichkeiten eingeladen. Semah, Enkel des letzten Rabbiners aus Bagdad, der im Kindesalter nach Israel und später in die Niederlande emigrierte, behauptet, er wäre, selbst wenn er sich für die Teilnahme an der 100-Jahr-Feier beworben hätte, abgelehnt worden. Stattdessen entschied er sich, alternative Veranstaltungen in mehreren deutschen und niederländischen Institutionen zu organisieren.

Am 26. November 1965 führte Beuys in einer Galerie in Düsseldorf eine Performance durch, bei der er ein totes Kaninchen im Arm hielt. Er nannte die Performance: „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“. Beuys starb am 23. Januar 1986. Kurze Zeit später, am 24. Februar 1986, schuf Semah eine performative Antwort auf Beuys: „How to Explain Hare Hunting to a Dead German Artist“ (Wie man einem toten deutschen Künstler die Hasenjagd erklärt).

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.