Jeden Donnerstag erfolgte der Ansturm auf den Zeitungskiosk bei uns an der Ecke. Das war der Tag, für den das wöchentliche Erscheinen eines neuen Jack-Morlan-Heftes angekündigt war. Aber allzu oft gab es Enttäuschung und Verzögerung, denn aus der Berlin-Blockade wirkte auch im Sommer 1949 noch eine Papierknappheit nach. Aber nach dem Ende dieser Blockade, mit der Moskau auf die Ausweitung der westlichen Währungsreform auf die Bezirke der Westalliierten in der Viersektorenstadt reagiert hatte, keimte in West-Berlin trotz allen Mangels viel Hoffnung auf. Und in der Literatur der Kitsch.

Der Heftautor Hermann Gerstmayer - ein Mann mit zahllosen Pseudonymen – erkannte die Gunst der Stunde und brachte in West-Berlin die Reihe „Jack Morlan, der Meisterdetektiv“ auf den Markt. Serien um den Exotik-Abenteurer Hans Warren und weitere Helden folgten. Doch keine war so erfolgreich wie die um Jack Morlan. Wie sich die anfänglichen Träume und Wünsche dann mit dem Wirtschaftswunder in der Bundesrepublik erfüllten, überlebte der Meisterdetektiv nicht. Jack Morlan starb im Jahr 1951 eines gewaltfreien Todes.

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