Zur gleichen Zeit, als vor dreißig Jahren die Zwei-plus-Vier-Verhandlungen in Moskau das Ende der DDR besiegelten, wurde auf einer anderen internationalen Konferenz im Ostseebad Kühlungsborn – sozusagen posthum – der letzte Beschluss des verblichenen Zentralkomitees der SED umgesetzt: Diplomaten, Militärs und Wissenschaftler aus 13 Staaten berieten darüber, wie man den militärischen Missbrauch der Biowissenschaften verhindern könne.

Ich war damals noch Leiter des „Basiskollektivs Friedensforschung“ des Forschungszentrums für Molekularbiologie und Medizin der Akademie der Wissenschaften der DDR und hatte diese Konferenz zwei Jahre zuvor vorgeschlagen. Gezielt sollten Experten (Biowissenschaftler, Ethiker, Juristen, Militärs, Politiker) aus den Staaten des Warschauer Vertrages, der NATO sowie nicht paktgebundener Staaten als Referenten eingeladen werden, „die nach Möglichkeit zu gemeinsam getragenen Empfehlungen für die bevorstehende Überprüfungskonferenz [zur Biowaffenkonvention] kommen sollen“, wie es in meinem Antrag dazu geheißen hatte. Auf der dann für 1991 geplanten (und dann auch durchgeführten) Überprüfungskonferenz sollte die Wirksamkeit der Konvention über das Verbot der Entwicklung und Herstellung biologischer und Toxin-Waffen eingeschätzt und über Maßnahmen zu ihrer Stärkung beraten werden. 

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