Die Schlange der Wartenden reicht wie jedes Jahr bis auf die Straße. Aber das Päckchen für die Freundin in München muss noch auf den Weg gebracht werden, also reihe ich mich ein und stehe vor dem Postamt. Nach einer Weile habe ich es in den Innenraum geschafft. Ich beobachte, wie ein Postmitarbeiter eine Sendung auf der Paketwaage neben dem Tresen wiegt. Dann sagt er etwas und die Frau, die vor ihm steht, schüttelt den Kopf. Sie öffnet einen notdürftig mit Tesafilm gesicherten DIN-A4-Umschlag. Hatte die Versenderin eine Vorahnung? Jetzt schüttet sie den gesamten Inhalt auf den Tresen. Der Postmitarbeiter ist verdutzt, ich auch.

Die Frau nimmt einen Schokoriegel und legt ihn auf die Paketwaage. Anschließend wiegt sie zwei Tüten Gummibärchen ab. Ja, Scrooge ist die Frau und überlegt sich, wie sie das Porto reduzieren kann. Dann raschelt es wie im Kinosaal. Die Frau reißt die Gummibärchenverpackungen auf und gibt den Inhalt der einen Tüte zu dem in der anderen. Wie viel so eine Verpackung wohl wiegt? Die Frau versucht, die nun mit doppeltem Inhalt recht prall gefüllte Gummibärchentüte oben umzukrempeln und so verschlossen, zurück in den DIN-A4-Umschlag zu stopfen. Dazu kommen Schokoriegel und andere Süßigkeiten. Der Beamte wiegt die Sendung erneut auf der Paketwaage. Spannung! Dann schüttelt er den Kopf. Auweia.

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