Die Verletzung über den Verrat des Freundes sitzt immer noch tief bei Jason Kirkpatrick, auch wenn die ganze Geschichte nun schon mehr als ein Jahrzehnt zurückliegt. „Mark Kennedy, den ich als Mark Stone kannte, war ein guter Kumpel von mir“, erzählt der 52-jährige Amerikaner. „Er hat mich in Berlin oft besucht, er war in meiner Wohnung, wir haben gemeinsam Veranstaltungen und Protestaktionen organisiert, sind durch Kneipen gezogen und haben über Politik und Umweltschutz diskutiert. Dass er ein Polizeispitzel war und alles, was er über mich erfuhr, bei den Sicherheitsbehörden landete, habe ich nicht geahnt.“

Nein, verziehen habe er Kennedy diesen Verrat nicht, sagt Kirkpatrick, aber es mache ihn auch nicht mehr wütend nach all den Jahren. „Worüber ich aber immer noch richtig sauer bin, ist die Tatsache, dass Polizei und Geheimdienste mich ausspähen ließen, obwohl ich niemals festgenommen worden bin, keinen Eintrag in meinem polizeilichen Führungszeugnis habe. Ist es erlaubt, jemanden auszuspionieren, der nie etwas Illegales getan hat?“

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.