Als ich vor 20 Jahren begann, an einer Weddinger Grundschule islamischen Religionsunterricht zu erteilen, stellte mich niemand dem Kollegium vor. Nach dem Klingeln meiner letzten Unterrichtsstunde fegte ich noch rasch das Klassenzimmer, weil ich es sauber hinterlassen wollte. Eine Kollegin kam herein und fragte mich ohne eine Begrüßung, ob ich die neue Putzkraft sei.

Aber ich erfuhr auch viel Unterstützung – besonders von meiner evangelischen Kollegin. Sie veranstaltete Gottesdienste für die Schulanfänger und mit meiner Teilnahme entwickelte sich daraus ein multireligiöses Fest anlässlich der Einschulung, das wir fortan jedes Jahr gemeinsam vorbereiteten. Nicht nur von der Schulleitung und dem Kollegium erhielten wir positive Resonanz, auch die Elternschaft war begeistert. Vor allem bei den muslimischen Eltern, die tatkräftig mithalfen, kam das Konzept gut an.

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