Corona ist vorbei, zumindest ist das Ende der Krise spürbar nah. Und jetzt wird wieder in die Hände gespuckt: Vor den Außengastronomieflächen schlängeln sich feuchtfröhlich lautstarke Menschenketten. Urlaubsappartements auf Ibiza oder Mallorca kosten doppelt so viel wie sonst in der Höchstsaison. Und auch im Büro will man schnell wieder Gesicht zeigen. Ja mei, haben wir denn gar nichts gelernt?

Wobei die Freude durchaus nachvollziehbar ist. Wir wollen uns endlich von den Fesseln der sozialen Isolation befreien. Es stimmt auch, dass Corona viele Menschen ins Abseits befördert hat. Die Krise verschärfte vor allem die Ungleichheiten weiter: Wer ein schickes Appartement oder Eigenheim hatte, der war froh von Zuhause aus zu arbeiten. Wer nur eine kleine Mietwohnung behaust, saß fortan gelangweilt in der Einöde. Zum Beispiel weil er zudem noch seinen Job in der Gastronomie verloren hat. Besonders weit ging die Schere zwischen den Kindern auseinander: Der bildungsbürgerliche Homeoffice-Papa hat sicherlich mehr Möglichkeiten gehabt, den ausgefallenen Vor-Ort-Unterricht auszugleichen, als Eltern, die weiterhin in der Fabrik, im Logistikzentrum oder an der Supermarktkasse schaffen mussten.

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